Dienstag, 5. April 2016

Kinderfreundliches Deutschland

In unserem schönen Deutschland wachsen Singlehaushalte. Ich finde, dass man das mittlerweile der Gesellschaft anmerkt.

„Wieso?“, fragen nun die Kinderlosen. In Deutschland wird doch so viel für Familien getan. Ist das wirklich so? Wir haben ein paar Beispiele:



1. Beitragsgerechtigkeit

Eltern Klagen! ist ein Beispiel, wie Familien in Deutschland benachteiligt werden. Es geht darum, dass in Deutschland dadurch eine doppelte Belastung für Familien entsteht, dass beitragsäquivalente Leistungen unberücksichtigt bleiben. Weitergehende Erklärungen finden sich auf der verlinkten Website.

2. Teure Urlaube und nicht buchbare Urlaube

Klar, mit Schulkindern ist man an die Sommerferien gebunden. Das ist nicht umsonst die Hauptzeit, in der Urlaube per se teurer werden. Das ist eigentlich schon Benachteiligung genug. Aber haben sie schon mal in einem Reisebüro versucht, drei Kinder oder mehr in die Suchmaske einzugeben?
Vermutlich nicht, denn dann wüssten Sie, dass in gut 80% der Fälle maximal zwei Kinder in die Suchmasken eingetragen werden können und selbst dann bekommt man Fehlermeldungen, dass zu viele Kinder angegeben wurden. Die Suche mit zwei Erwachsenen und einem Kind funktioniert dann für gewöhnlich.
Es ist logisch und verständlich, dass nicht jedes Hotel ein Familienzimmer hat, aber wir möchten wenigstens in den Suchmasken einschlägiger Reisebüros mehr als zwei Kinder angeben können und dann auch noch Ergebnisse und nicht nur Fehlermeldungen erhalten.

3. Teure Lebensmittel

Viele Allergiker wissen wovon wir sprechen: die Lebensmittelindustrie versucht gezielt die Randgruppen ausfindig zu machen, um die Preise für diese Produkte extra teuer zu machen. Manche haben keine Wahl, wie z.B. diejenigen, die auf glutenfreie Lebensmittel angewiesen sind. Die müssen in den sauren Apfel beißen und mehr Geld für Lebensmittel ausgeben. Familien können immerhin auf Produkte zurückgreifen, die sich nicht an Kinder richten.

Aber warum müssen Artikel, die sich an Kinder richten, so teuer sein? Wir reden immerhin vom gleichen Produkt in einer anderen Verpackung. Nur weil die Verpackung bunter geworden ist, zahlt man nicht selten das Doppelte. Ja, sie lesen richtig. Es wird meist der doppelte Preis verlangt. Die eine Hälfte sieht man direkt am Preis, wenn die Kinderwurst nicht mehr 1,50 Euro kostet sondern 1,99 Euro. Die andere Hälfte holen sich die Hersteller, in dem sie den Inhalt halbieren.

Dabei werden bei Lebensmitteln für Kinder zusätzlich wertvolle Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Milchprodukte, gegen billigen Zucker getauscht, was einen weiteren Preisvorteil für die Hersteller bedeutet. Also werden Lebensmitteln für Kinder nicht nur für mehr Geld angeboten, sie sind zudem auch noch ungesünder.

4. Ungleichbehandlung am Arbeitsplatz

Das ist natürlich ein schwieriges Thema, wenn der Vater oder die Mutter in direkter Konkurrenz zum Single steht. Warum? Weil Singles nicht früher nach Hause müssen, um die Kinder zu versorgen, ohne Einschränkung mobil sind, Überstunden nach Bedarf machen können und sich auch anderweitig nicht um andere kümmern müssen.

Ja, die 40 Stunden in der Woche sind Eltern ebenso produktiv wie Singles. Aber meist machen diejenigen Karriere, die deutlich mehr arbeiten und deutlich mehr Zeit in eine Firma investieren. Nicht selten sieht man in den Führungsetagen geschiedene Väter sitzen, wenn sie als ihre Nummer 1 eben nicht die Familie gewählt haben.
Im Umkehrschluss heißt dies natürlich, dass die gut bezahlten Jobs oftmals den Eltern vorenthalten werden.

Noch bietet der deutsche Mittelstand eine Lösung für Familien an. Aber der wird von der Regierung nur bedingt gefördert. Diese scheint in den Großkonzernen den wirtschaftliche Segen zu sehen. Zu unrecht!

5. Kein Wohnraum

Wenn in Deutschland Wohnungen gebaut werden, so werden Wohnungen für Ein-Personen-Haushalte gebaut. Manchmal ist auch eine große Penthouse-Wohnung dabei. Für Familien nicht erschwinglich.

Wer mal in einer Stadt versucht hat, eine 4- oder 5-Zimmerwohnung zu finden, wird merken, dass die meisten sich an wirklich Reiche richten. Eine Kaltmiete jenseits der 2000 Euro sind keine Seltenheit.
Eine Förderung, dass auch größere Wohnung zu erschwinglichen Preisen Familien zur Verfügung gestellt werden, sucht man vergebens.

Familien verdienen weniger und müssen mehr ausgeben. „Selbst Schuld“, sagt der Single. Er wird nie verstehen können, was er wirklich verpasst, weil er überhaupt keine Vorstellung von dem hat, was eine Familie ausmacht.

Wir sehen hier eindeutig den Staat in der Pflicht, die Förderung für Kinder auszubauen und es nicht noch zu fördern, dass Familien deutlich über alle Maßen belastet werden als Singles.

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