Dienstag, 24. Mai 2016

Kinderfreundliches Deutschland: Kreidemalerei verboten?

StraßenmalkreideEs war eine nette Idee einer siebenjährigen Tochter zum Vatertag: sie malte für seinen Besuch in einer Spielstraße ein großes P samt Parkbuchten auf die Straße. Wie auch immer das Ordnungsamt der Stadt Neuruppin in Brandenburg dies mitbekommen hat. Es sah sich in der Pflicht, eine Kreidezeichnung auf einer Straße als "Verunreinigung" anzusehen und leitete ein Bußgeldverfahren ein.

Sie berief sich dabei auf einen Paragraphen der Stadtordnung, nach der das Bemalen und Besprühen der Straße verboten ist. Die Eltern wurden aufgefordert die Malerei umgehend zu entfernen oder sie müssten für die Reinigung aufkommen. Offensichtlich hatte es in Neuruppin in diesen Tag wenig geregnet


Auch wenn das Bußgeldverfahren mittlerweile eingestellt wurde und auch der Stadt klar wurde, dass Kreidemalereien nicht im Sinne der genannten Bemalung der Stadtordnung waren, finde ich es für dieses Land bezeichnend, dass die bürokratische Mühlen in dieser Art und Weise angeworfen wurden, weil ein Kind ein paar Linien auf eine Straße gemalt hat.

Wenn die Ordnungshüter Striche von Straßenmalkreide mit einer Straßenmarkierung verwechseln, so sollte man ihnen nahelegen, den Führerschein abzugeben und sich anderen Aufgaben innerhalb der Stadtverwaltung zu widmen.

Es zeigt sich aufs Neue, wie sich Deutschland immer weiter in eine "kinderfreundliche" Singlegesellschaft verwandelt, in der die Zukunft nicht mehr auf den Kinder aufgebaut zu sein scheint.

Immerhin soll in der nächsten Sitzung ein Vorschlag eingereicht werden, dass Kindermalereien grundsätzlich strafffrei bleiben. Es ist noch nicht die letzte Hoffnung verloren.

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