Montag, 23. Mai 2016

Mein Kind ist irgendwie anders ... Erlebe Energie im Odysseum

Im Odysseum in Köln wird derzeit eine Sonderausstellung zum Thema Energie gezeigt. Erlebe Energie heißt diese und beleuchtet das Thema Energiegewinnung.

Eine sehr sehenswerte Ausstellung, die kindgerecht das Thema Energieerzeugung präsentiert. Und das tatsächlich interaktiv. Die Ausstellung nähert sich dem Ende (ich glaube, sie ist noch bis Ende des Monats zu sehen), so dass vereinzelt die Exponate nicht mehr 100% funktionieren. Das passiert schon mal mit den Exponaten im Odysseum, die eine tägliche Kindergewalt ertragen müssen.

Dem Erlebnis tut dies kein Abbruch. Es wird gezeigt, wie aus Wind, Sonne und Wasser Energie erzeugt wird. Aber auch die konventionelle Technik Kohle- und Atomkraft werden gezeigt. Dabei gehen die Informationen gehen nicht zu sehr in die Tiefe, sondern beschreiben prinzipiell das jeweilige Prinzip.


Für einen Siebenjährigen genau richtig. Für unseren Fünfjährigen waren die Informationen schon zu viel. Er hatte sich lieber vor den großen Ventilator gestellt und getestet, wie stark Wind tatsächlich sein kann. Für Jugendliche ist diese Ausstellung eher ein Appetithappen, der weiterführende Informationen außerhalb der Ausstellung fordert.

Teil dieser Ausstellung ist ein Modell eines Bioenergiedorfes. Dieses recht große Modell zeigt, wie sich eine kleinere Gemeinschaft dezentral mit verschiedenster Energieerzeugungen selbst versorgen kann. Die Hauptenergiequelle ist in diesem Fall Biomasse. Ein sehr interessanter Ansatz, über den man sich im Netz näher informieren kann.


Dieses Modell hatte es unserem besonderen Kind angetan. Schon am Anfang des Ausstellungsbereichs, in dem dieses Modell aufgebaut war, verbrachten wir die ersten 15 Minuten. Mit Lampen und Lichtern wurden die jeweiligen Energieerzeuger präsentiert, wenn man die passenden Knöpfe drückte.

Zusätzlich konnte man sich die Energiewege anzeigen lassen, d.h. von welchen Gebäuden wird Energie wohin geführt, um am Ende Strom erzeugen zu können.

Danach bin ich mit ihm durch den Rest der Ausstellung gegangen, um am Ende wieder am Bioenergiedorf anzukommen.

Dort verbrachte er eine weitere Viertelstunde. Anschließend bin ich in den Außenbereich gegangen, wo die anderen sich aufhielten. Er blieb noch dort, kam dann aber irgendwann zu uns.

Er spielte ein bisschen draußen, um dann am Ende, als wir angekündigt hatten, dass wir gehen möchten, nochmals zur Ausstellung zu gehen.

Er lief schon mal vor und schaute sich wieder das Modell an. Als ich ein paar Minuten später zu ihm gestoßen bin, wollte er mit meinem Smartphone ein paar Fotos machen. Ich habe es zugelassen und er konnte mir so zeigen, was er im Wesentlichen in diesem Dorf gesehen hatte.

Er hatte die Tiere gesehen: "Papa, warum steht dort ein Hirsch zwischen den Windrädern? Der kann da doch gar nicht leben."
Die Modellbauer hatten vermutlich als kleinen Gag einen Modellhirsch zwischen zwei Windkrafträder gestellt und er hatte sich offensichtlich die ganze Zeit gefragt, was dieser Hirsch dort machte. Immerhin war ja gar kein Wald in der Nähe.

Als ich ihm erklärte, dass sich der Modellbauer vielleicht einen Spaß erlaubt hatte oder dass sie vielleicht einen Hirsch in ihrem Fundus hatten und es einfach nur nett fanden, ihn dort zu platzieren, schaute er mich fragend an: "Wieso?"

Anderen Kindern dürfte dieses Detail eher nicht aufgefallen sein. Ebenso wenig wie der Teich, den er ausgiebig beobachtete (dieser passte aber ins Gesamtbild). Und wenn es ihnen doch auffiel, so vergaßen sie ihn vermutlich schnell wieder.
Unserem Sohn waren aber diese Details im Kopf geblieben. Er hatte diesen Makel im Gesamtbild des Modells recht schnell entdeckt und es hatte ihn einfach gestört. Denn mein Kind ist irgendwie anders.


Jedem, der in Reichweite das Kölner Odysseum wohnt, ist diese Ausstellung auf jeden Fall zu empfehlen. Sie ist im normalen Eintrittspreis enthalten. Aber man sollte sich sputen, denn ihre Tage sind gezählt. Am 17.06. startet die neue Sonderausstellung "Der andere Blick", in der Michelangelos Fresken der Sixtinischen Kapelle in den Mittelpunkt gerückt werden.

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