Samstag, 7. Mai 2016

Spielplatz im Familienchaos

Es ist eigentlich nicht möglich, Menschen ohne Kindern in eine Welt mit Kindern mitzunehmen. Zu unterschiedlich sind diese Welten. Diese Welten treffen dann aufeinander, wenn wir Besuch bekommen oder wir in einem kinderlosen Haushalt zu Besuch sind.


Spätestens wenn die Vase auf dem Boden liegt, die Weinflasche auf dem Boden oder der Gastgeber dauern sagen muss: "nein, nicht darauf klettern", kommt der Ausspruch: "Früher waren wir aber nicht so. Da gab es Kuchen und wir saßen brav am Tisch."

War das wirklich so? Saßen wir früher wirklich als Zwei- und Dreijährige brav am Tisch und haben interessiert der Unterhaltung der Erwachsenen gelauscht? Sicher nicht!

Ich kann mich erinnern, wie wir unter Tische und Betten gekrabbelt oder auf Kommoden und Schränken rumgeklettert sind. Und genau das machen unsere Jungs heute auch. Zumindest wenn sie hochkommen, was dem Kleinsten zu seinem Leidwesen recht schwer fällt.

Das eigene Kinderreich (also unsere Wohnung) wird natürlich noch intensiver bespielt. Das schult das Auge. Niemals blind durch die Wohnung laufen. Es könnte immer ein Auto oder Legostein auf dem Boden liegen. Denn in unserer Wohnung gilt wie in anderen Familien auch: Spielplatz ist überall!

Mit einigen Ausnahmen. Das elterliche Schlafzimmer ist ebenso tabu wie die Arbeitsplätze der Eltern. Das gilt aber nur für das Spielen. Zutritt haben die Kinder durchaus. Auf mich wirkt es immer noch etwas befremdlich, wenn es Zimmer gibt, zu denen die eigenen Kinder keinen Zutritt haben. Dass sie so uninteressant sind, dass sie sich darin kaum aufhalten, ist etwas anderes.

Derzeit treffen die Spielwelten dreier Kinder aufeinander. Ein Siebenjähriger spielt dann doch anders als ein Zweijähriger. Und der Sechsjährige taumelt durch die Mitte. Das endet gerne im Chaos. Da liegen Kappla-Steine neben Autos neben Legosteinen neben Schleich-Tieren. Ich lasse dieses Chaos (am Wochenende) gerne mal zu und sehe, wie sich das Spielzeug langsam durch den Flur in das zweite Kinderzimmer ausbreitet.

Interessant ist, dass die Kinder irgendwann mit dem Chaos nichts mehr anfangen können. Dann wird es Zeit, um aufzuräumen. Nur wenn Platz für ein neues Chaos geschaffen wird, entfaltet sich die Spielleidenschaft aufs Neue. Und immerhin: die beiden großen haben es mittlerweile eingesehen und helfen fleißig mit.

Dabei gibt es zwei Grundsätze: Wege müssen freigehalten werden und Gebautes darf stehen bleiben ... solange es nicht im Weg steht. Am Ende des Tages findet sich natürlich immer noch in etlichen Ecken der Wohnung das ein oder andere Spielzeug, aber das gehört einfach dazu.

spielzeug
Spielzeug nach erfolgter Schlacht findet sich in der ganzen Wohnung - hier im Wohnzimmer



Dieser Beitrag wurde inspiriert von den Beitrag Spielplatz ist überall.
#Spielplatzistüberall

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