Freitag, 10. Juni 2016

Der Diabetes-Förder-Bund zur EM

Ich beschäftige mich mit unserer Ernährung. Nicht nur mit der meinen, sondern auch der meiner Kinder. Dabei bin ich kein Gesundheitsapostel und lasse auch so manche Nascherei zu. Aus diesem Grund weiß ich, dass die meisten Produkte aus dem Hause Coca-Cola und McDonalds nicht dazu beitragen, sich gesund zu ernähren. Es sind Naschereien oder Lebensmittel, die man mal essen kann.


Ich wusste bisher nicht, dass der Deutsche Fußball Bund (DFB) sich für eine gesunde Ernährung einsetzt. In der Satzung des DFB (Download über die Website), kann man unter § 4 folgende Passage lesen:
"Zweck und Aufgabe des DFB ist es insbesondere, [...]
3. Gesellschaftspolitische Aspekte mit den Möglichkeiten des Fußballs angemessen zu unterstützen, vor allem durch [...]
d) die Förderung gesunder Ernährung und ausreichender Bewegung als gesundheitliche Prävention, [...]"

Auf die Tatsache bin ich über die Verbraucherschutzorganisation foodwatch aufmerksam geworden. In einer aktuellen Aktion hinterfragt sie die zweifelhafte Kooperation zwischen dem DFB und McDonalds und Coca-Cola. foodwatch prangert an, dass das Sponsoring und ein "Förderung der gesunden Ernährung" nicht miteinander vereinbar ist.

Als foodwatch den DFB mit dieser Tatsache konfrontiert, erhält diese als Antwort, "[...], dass ein kontrollierter und bewusster Konsum [...] nicht zu adipösen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen führt."

In der aktuellen explizit auf Kinder ausgerichteten Werbekampagne von Coca-Cola heißt es: „Hol Dir das Team auf 24 Sammeldosen“. Die Kinder sollen sich also 24 Dosen Coca-Cola kaufen, um ihre Stars zu bekommen.

Nun braucht man nur die Suchmaschine anwerfen und erhält zahlreiche Studien und Berichte, die nachweisen, wie sehr eine solche Ernährung Folgen haben kann. Eine etwas moderate Einschätzung findet sich auf der Seite des GBE (Gesundheitsberichterstattung) mit einem Bericht aus dem 2013:

"Ein erhöhter Konsum zuckerhaltiger Getränke muss nicht zwangsläufig zu einer Erhöhung der Energiebilanz führen. Bei gleichzeitigem Verzehr anderer ernährungsphysiologisch ungünstiger Lebensmittel (und ohne Ausgleich durch z.B. körperliche Aktivität) ist dies jedoch wahrscheinlich. Dass ein gleichzeitiger Konsum von ungünstigeren Lebensmitteln bei Jugendlichen wie Erwachsenen häufig vorkommt, zeigen Analysen von EsKiMo und dem Bundes-Gesundheitssurvey 1998, in denen die kombinierte Zufuhr von Lebensmitteln über Ernährungsmuster untersucht wurde. Für 12- bis 17-jährige Mädchen und Jungen konnten demnach Muster identifiziert werden, bei denen neben zuckerhaltigen Getränken gleichzeitig Süßigkeiten und Fast-Food-Produkte häufig verzehrt werden (Richter et al. 2012)."

Es stimmt also, wenn der DFB schreibt, dass "der Genuss eines Hamburgers mit Salat und Orangensaft [...] keine Fehlernährung dar[stellt]". Nur gibt es ein solches Menü bei McDonalds nicht. Das Hamburger Menü besteht aus Hamburger, Pommes und Erschrischungsgetränk, i.d.R. aus dem Hause Coca-Cola.

Ich mache den Sponsoren keinen direkten Vorwurf, dass sie ihren Umsatz steigern möchten. Das sind gewinnorientierte Unternehmen, die Gewinne steigern möchten. Darauf habe ich als Verbraucher insofern einen Einfluss, als dass meine Kinder noch nie bei McDonalds waren und wir daheim vielleicht zwei Mal im Jahr "zuckrige Erfrischungsgetränke".

Den Vorwurf kann man dem DFB machen, der bei der Auswahl seiner Sponsoren seine eigene Satzung außen vorlässt. Der DFB wäre besser beraten, wenn er sich Sponsoren sucht, die eher im Sinne der Satzung agieren. Selbst wenn diese nicht das Marketing-Budget haben wie die bisherigen Sponsoren.

Deshalb unterstütze ich die Aktion von foodwatch und fordere ebenfalls, dass der DFB Sponsoren sucht, die im Sinne der eigenen Satzung Produkte herstellen.

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