Freitag, 3. Juni 2016

Kindererziehung im Wandel

Gedanken zur Kinderbegleitung im 21. Jahrhundert. Alleine dieser Aufruf zur Blogparade vom Zwerggeflüster zeigt, dass sich in Sachen Kindererziehung so einiges ändert. Kinder werden heutzutage nicht mehr erzogen, sondern auf ihrem Weg ins Erwachsenenalter begleitet.

Okay, so sehe ich persönlich die Kindererziehung nicht, aber es ist generell ein schwieriges Thema. Das erkennt man an Gesprächen zwischen Eltern, wenn es um das Thema Erziehung geht. Jeder nähert sich dem Thema mit größter Vorsicht, vor allem, wenn man anderer Meinung als sein Gegenüber ist. Niemand möchte dem anderen in die Erziehung reinreden.
Das gilt natürlich auch für mich. Ich möchte niemandem vorschreiben, wie er seine Kinder zu erziehen hat. Mit Ausnahme meiner Angetrauten, wenn es um unsere eigenen Kinder geht. Aber ich kann versuchen zu zeigen, was bei uns funktioniert und was nicht.

Ich denke, dass man sich als Elternteil zuerst über ein paar Grundregeln Gedanken machen sollte.

Grundregel 1: Jedes Kind ist anders!

Das heißt, dass es im Grunde genommen, kein "Kochbuchrezept" gibt, wie man Kinder erziehen kann. Genau aus diesem Grund widersprechen sich Erziehungsberater auch so in so mancher Hinsicht. Das, was bei dem einen funktioniert, läuft beim anderen ins Leere.

Meiner Meinung nach hängt das ganz stark vom Anspruch der Eltern ab, welche Art der Erziehung gewählt wird und welche grundsätzlich auch funktioniert. Hier bin ich sehr schnell beim Thema Vorbild. Als Vater und Mutter ist man zwangsläufig Vorbild.

Wieso wird von so manchem Kind verlangt, weniger Süßigkeiten zu essen, wenn die Eltern selbst dauernd naschen? Das führt zu einer zweiten Grundregel.

Grundregel 2: Die Umgebung kindgerecht gestalten

Damit meine ich die eigene Wohnung. Sie sollte so eingerichtet sein, dass das Kind sich so eigenständig wie möglich in den eigenen vier Wänden bewegen kann. Das führt mich direkt zu wesentlichen Unterschieden in der heutigen Kindererziehung im Vergleich zu früheren Zeiten.

Früher gab es Zonen in der Wohnung oder im Haus, die für Kinder tabu waren. Man konnte schon fast sagen, dass es alle Räume außer dem Kinder- und Esszimmer waren. Heutzutage dürfen die Kinder jeden Raum in der Wohnung betreten, ohne mit Restriktionen der Eltern rechnen zu müssen. Allein die Vorstellung, dass es früher anders war, mutet mir heutzutage schon komisch an.

Aber allein meine recht konservativen Eltern hätten gerne noch dieses Bild durchgesetzt. Bei ihrem eigenen Schlafzimmer hatten sie Erfolg, aber das Wohnzimmer konnten sie nicht nur für sich alleine beanspruchen, auch wenn es für Spielsachen tabu war.

Das führt mich zu einer anderen Thematik. Kinder werden heute gleichberechtigter behandelt. Ich schreibe es extra relativiert, denn die Eltern sollten noch immer die "Bestimmer" sein. Mit Gleichberechtigung meine ich eher, dass die Eltern heutzutage eher auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen.
Als wir in einen Urlaub mit meinen Schwiegereltern waren, wurde es offensichtlich, als der Schwiegervater sagte: "Das ist ein ganz schöner Kinderurlaub. Als wir früher in Urlaub gefahren sind, dürften die Kinder am Urlaub der Eltern teilnehmen. Heute ist es anders herum."

Und das stimmt. Wir legen unsere Freizeitaktivitäten so aus, dass es auch für die Kinder interessant ist. Und natürlich auch unseren Urlaub.

Allein mit diesen beiden "Grundregeln", die eigentlich nur indirekt etwas mit der Kindererziehung zu tun haben, erreicht man bei Kindern so einiges.

Unsere Kindererziehung

Und so sieht dann auch unsere Erziehung der Kinder aus, wobei wir durch unser besonderes Kind die Grenzen zuweilen deutlich enger ziehen müssen, als es uns lieb ist. Vielleicht kann man unseren Erziehungsstil am ehesten so beschreiben:

In ihren Grenzen dürfen sich die Kinder frei entfalten.

Dabei hat sich herausgestellt, dass es sehr hilfreich ist, wenn Vater wie Mutter in etwa den gleichen Stil verfolgen. Kinder spielen ansonsten sehr schnell beide gegeneinander aus. Wenn mir etwas am Stil meiner Frau nicht passt, dann spreche ich es abends an, wenn wir alleine sind. Vor den Kindern ziehen wir an einem Strang.

Neben der der schon erwähnten Vorbildfunktion ist die Konsequenz ein sehr hilfreicher Wegbegleiter. Interessanterweise wissen das alle Eltern. Auch wenn sie mal nicht so konsequent sind und hier und da etwas durchgehen lassen. Ich denke, dass jeder sehr schnell seine Quittung für eine Inkonsequenz erhält.
Ich finde es sehr erstaunlich, wie schnell es bei unseren Jungs ausufert. Reicht man ihnen den kleinen Finger, so reißen sie einem den Arm ab. Sehr schnell werden weitere Ausnahmen eingefordert, wenn wir mal eine ausgerufen haben. Wie oft haben wir uns schon darüber geärgert, dass unsere Jungs unsere Inkonsequenz ausgenutzt haben?


Ich finde es schlussendlich wichtig, dass man sich als Elternteil in seiner Haut als Vater oder Mutter wohlfühlt. Man muss mit sich und seinem Erziehungsstil im Reinen sein. Es kann durchaus hilfreich sein, mal das ein oder andere auszuprobieren, aber niemals Dinge, die man selbst für nicht angebracht hält.


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