Sonntag, 5. Juni 2016

Zucker, Zucker und nochmals Zucker

Nuss-Nougat Cremes
Ich interessiere mich für die Ernährung. Nicht nur für meine eigene, sondern auch für die meiner Familie. Auch bevor ich Kinder hatte, war mir meine Ernährung nicht egal, auch wenn ich schon mal gern "sündige". Das Thema Zucker, war und ist in unserer Familie immer wieder mal Thema.
Nun ist (zufällig) der aktuellen GEO 06/16 Zucker eine Titelstory wert. Dort heißt es: Der süße Konfliktstoff: Zucker

Es ist eine recht interessante Titelstory, bei es einige Passagen gibt, die zum Nachdenken anregen. Da steht zum Beispiel, dass der Autor gerne in einem Bio-Supermarkt einkauft. "Wenn man den weitläufigen Laden mit seinem alternativ-avantgardistischen Design betritt, wirkt alles so gesund, so ganzheitlich."

Ein Irrtum, der schon von vielen meiner Mitmenschen an mich herangetragen wurde, wenn ich sage, dass ich das ein oder andere in Bio-Qualität kaufe. Viele setzen im Kopf Bio mit Gesund gleich.
Warum? Keine Ahnung! Deshalb hier ein schönes Beispiel, weil es bei uns omnipräsent ist, da bei uns zu jedem Frühstück ein solches Glas auf dem Tisch steht. Aktuell sogar mehr oder weniger zufällig gleich drei unterschiedliche Varianten.

Nutella steht bei vielen als "Ausgeburt des ungesunden Genießens". Kein Wunder, enthält Nutella über 50% Zucker und nahezu der Rest ist Fett.

Nun gibt es im Bio-Supermarkt als Alternative Nuscobio aus Zutaten in Bio-Qualität. Ist diese Nuss-Nougat-Creme deshalb gesunder? Nein, natürlich nicht, denn auch diese Creme besteht aus Zucker und Fett in nahezu gleichen Anteilen.

Da verwundert es nicht, dass der Autor in seinem Biojoghurt ebenso 15% Zucker vorfindet, wie im konventionellen Joghurt.

Deshalb hier nochmals in aller Deutlichkeit: Bio ist ein geschützter Begriff, der die Art und Weise, wie ein Lebensmittel hergestellt wird, vorgibt. Das Lebensmittel wird dadurch nicht zwangsläufig gesund. In einem Biosupermarkt gibt es nicht nur ungesunde Nussnougat-Cremes, sondern auch Chips, Schokolade u.ä.

Viel interessanter ist daher ein anderer Aspekt in diesem GEO-Artikel:
"Essen Kinder nicht zu viel Zucker? Macht er sie nicht nervös und unkonzentriert? Folgt nicht eine Viertelstunde nach dem Konsum oft ein Wutanfall aus heiterem Himmel?"

Das ist viel eher ein sehr interessanter Aspekt. Ist es nicht wirklich so, dass die Kinder, wenn sie gerade recht viel Zucker gegessen haben, wie auf Drogen sind? Werden sie nicht impulsiver und motorisch unruhiger? Wir haben das hin und wieder bei unseren Jungs beobachtet, wenn es mal wieder eine Überdosis Zucker gab.

Dabei ist es in der Tat schwierig, Zucker zu vermeiden. Der Autor hat es in einem Selbstversuch probiert und wollte auf Zucker verzichten. Mittlerweile ist Zucker aber in recht vielen Lebensmittel enthalten. Dafür gibt es mehrere signifikante Gründe:
  1. Zucker ist billig. Er ist z.B. immer noch billiger als Milch - trotz des Überschusses, der aktuell in aller Munde ist.
  2. Zucker ist ein Konservierungsstoff. Und das Lebensmittel darf trotzdem mit "frei von Konservierungsstoffen" deklariert werden.
  3. Zucker ist ein Geschmacksverstärker. So können minderwertige Zutaten aufgewertet werden und das Lebensmittel darf zusätzlich mit "frei von Geschmacksverstärkern" deklariert werden.
Ich habe mal eine zeitlang ebenfalls versucht, lediglich 10% der täglich aufgenommene Energiemenge  durch Zucker zu realisieren. Damit meint es den Zucker, der Lebensmitteln zugesetzt wird und nicht das frische Obst, das ich gerne mal esse.

Denn schon eine Orange und eine Handvoll Trauben enthalten so viel Zucker, dass diese Grenze schnell überschritten wird. Außerdem enthält frisches Obst diverse Substanzen, deren Wirkung in der Wissenschaft unklar ist.

Außerdem ist es schon schwer genug, auf zuckrige Lebensmittel zu verzichten, denn Zucker ist in extrem vielen Lebensmitteln enthalten. Das gilt auch für die aus dem Bio-Supermarkt.

Wie kann ich denn wenigstens Zucker minimieren?

Auf die einfachste Idee ist der GEO-Redakteur nicht gekommen: verdünnen. Das gilt natürlich nicht für die Nuss-Nougat-Cremes, die ich oben genannt habe. Aber das Müsli kann mit Haferflocken verdünnt werden. Die Tomatensoße mit Tomatenmark oder passierten Tomaten. Der Fruchtjoghurt mit Naturjoghurt. Oder man nimmt gleich Naturjoghurt und süßt ihn nur mit Früchten oder einem Sirup.

Das macht schon extrem viel aus. Mit einem wichtigen Nebeneffekt: man entwöhnt die Geschmacksnerven vom Zucker!
Und plötzlich schmecken den Kindern Lutscher und Bonbons nicht mehr, weil sie ihnen zu süß sind. Oder billige Schokolade mit einem geringen Kakao-Anteil wird liegengelassen. Das führt dann auch bei uns Eltern zu einem Ah-Ha-Effekt.

Ich kann nur allen mal empfehlen, auf die Nährwertangaben zu schauen, die auf allen Lebensmitteln draufstehen. Dort auf die Angabe "pro 100g" achten, damit man es gleich prozentual erkennt, wieviel Zucker enthalten ist.

Dann fällt einem auch auf, wie auf Kinder spezialisierte Lebensmittel produziert werden. Sie sind zuckriger, salziger und teurer! Je kindgerechter, desto ungesünder ein Lebensmittel!



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