Mittwoch, 13. Juli 2016

Das essen unsere Kinder

Was machen sich Eltern nicht alles für Gedanken, wenn die Babys anfangen, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Sie erkundigen sich, was die Kleinen essen dürfen oder sollten und achten auf höchste Qualität. Unser Familienchaos stellt da keine Ausnahme dar. Inklusive der Empfehlungsänderungen, die in der Ernährungswissenschaft besonders beliebt ist. Mal bitte nur einzelne Gemüse, dann bitte alles durchmischt. Was haben wir nicht alles gemacht, damit den Kleinen die festen Mahlzeiten munden?

Aber dann kommt der Moment, in dem die Kinder in die KiTa kommen. Und plötzlich haben die Eltern keinen Einfluss mehr.

Und schon fängt es an, problematisch zu werden. Denn welche KiTa kocht schon frisch und in bester Bio-Qualität? Sind also all unsere Bemühungen für die Katz gewesen?

Das essen die Deutschen

Die Currywurst ist noch immer Spitzenreiter
in den Betriebskantinen
(Bild: (c) obs/Apetito AG/apetito)
Immerhin ist des Deutschen Lieblingsgericht die Currywurst mit Pommes. Nicht umsonst verkauft die Volkswagen-Metzgerei mittlerweile mehr Würste als Autos. Möchten wir das?
Und dann geht es weiter. Auf Nummer 2 steht Spaghetti Bolognese, gefolgt vom Alaska-Seelachs und dem deftigen Jägerschnitzel mit Röstkartoffeln.

Zum Glück ist dies das Ranking der Gerichte in Betriebskantinen, die vom Großversorger "Apetito" angeliefert werden, und nicht das Ranking der Kitas und Schulen.
Immerhin ist Apetito groß genug, um diverse Kitas, Schulen und Betriebe in unserem persönlichen Umfeld anzuliefern.

Während aber in den Betriebskantinen unser eigener innerer Schweinehund dafür sorgt, immer wieder auf zu fettige Essen zurückzugreifen, sorgen in KiTas und Schulen die Pädagogen für ein vollkommen anderes Bild. Hier steht plötzlich eine vegetarische Linsensuppe auf Platz 1 der beliebtesten Gerichte. Und auch wenn ein Hühnerfrikassee und eine Tomatensuppe mit Rindfleischkößchen auf Platz 2 und 3 folgen, ist die Anzahl der Fleischgerichte erfreulich gering.

In den KiTas und Schulen zeigt sich
ein vollkommen anderes Bild als in
Betriebskantinen. Vielleicht sollten die
Erwachsenen von den Kindern lernen?
(Bild: (c) obs/Apetito AG/apetito)
Natürlich wäre es schöner, wenn in der KiTa selbst gekocht wird. Und vielleicht hat der ein oder andere eine solche KiTa gefunden. Aber spätestens in der Schule wird es damit vorbei sein und unsere Kinder werden mit Kantinenessen konfrontiert.

Wie heißt es so schön? Eltern müssen auch etwas aushalten können? Und dazu gehört auch das Essen in den KiTas und Schulen. Immerhin hat unsere KiTa deutlich über 100 Kinder. Da kann ich verstehen, dass keine große Kantine angeschlossen werden kann, in der eine Horde Köche hausiert.

Bei uns zu Hause gibt es aber weiterhin die Lebensmittel, die wir als Eltern für richtig erachten. Wir versuchen die Kirche im Dorf zu lassen und unseren Kindern ein gesundes Mittelmaß beizubringen. Dazu gehört auch mal Pommes.

Dazu gehört aber kein Fastfood und auch keine Softdrinks. Ich bin ganz froh, dass jegliche Burger nicht auf der Ranking-Liste zu finden sind.

Schlussendlich bleibt der kleine Trost, dass wir mit dem Kleinkind-Essen eine solide Grundlage geschaffen haben, mit der wir den Kindern den Geschmack der unverfälschten Lebensmittel vermittelt haben.


Dieser Beitrag ist Teil der MMI-Blogreihe von Frollein Pfau.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Bevor dieser sichtbar wird, muss er von einem Admin freigeschaltet werden. Bitte haben Sie etwas Geduld. Danke!