Mittwoch, 31. August 2016

Buchvorstellung: Der goldene Kompass (5/5)

Es gibt wirklich nur wenige Bücher, deren Verfilmung ich zuerst gesehen habe. "Der goldene Kompass" ist eine solche Ausnahme. Und entgegen der allgemein vorherrschenden Meinung, fand ich den Film und die darin erzählte Geschichte sehr interessant. Ich gehöre damit zu einer Minderheit, denn es ist nicht geplant, die anderen beiden Romane ebenfalls auf die Leinwand zu bringen, weil "Der Goldene Kompass" zu wenig Geld in die Kassen spülte.

Der Film endet mit einem Cliffhanger, gehört das verfilmte Buch doch zu einer dreiteiligen Reihe namens His Dark Materials. Um die Geschichte in ihrer Gänze zu lesen, blieb mir nichts anderes übrig, mich den Büchern zu widmen. Eine gute Entscheidung.
Erzählt wird die Geschichte der zwölfjährigen Lyra Belacqua, die als vermeintliches Waisenkind im Jordan College in Oxford aufwächst. Schnell wird man als Leser mit dem Fantasy-Setting des Buchs vertraut. Die Welt liest sich wie die unsere, aber dann doch so anders. Allem voran gibt es die Daemonen, in denen die Seele der Menschen wohnt. Diese Daemonen zeigen sich in Gestalt eines Tieres, wobei sie im Kindesalter noch wandelbar sind. Sie spiegeln so die Entwicklung zu einer gestandenen Persönlichkeit wider.

Weiteres Gestaltungsmittel dieser Welt wurden dem sogenannten Steampunk-Setting entnommen, wobei diese sich mit klassichen Fantasy-Elementen vermischen. So entsteht eine recht interessante Welt, in der sich Lyra bewegt. 

Gleich zu Beginn tritt ihr Onkel Lord Asriel in Erscheinung, der bei den Gelehrten des Kollegs um Unterstützung bittet, um den geheimnissumwobenen Staub zu erforschen. Kurz darauf betritt die mysteriöse Marisa Coulter die Bühne und Lyra darf sich ihr anschließen. Kurz vor ihrer Abreise schenkt der Direktor des Colleges dem Mädchen den namensgebenden Kompass, der als Alethiometer bezeichnet wird. Mit seiner Hilfe ist es möglich, immer die Wahrheit ans Licht zu bringen. Allerdings ist dieser Kompass nicht so einfach zu lesen wie ein Buch.

Es beginnt eine Reise in den Norden der Welt, auf der Lyra die interessantesten Figuren kennenlernt. Pullmann schafft es nämlich mit diesem Werk den Leser in eine fantastische Welt mit interessanten Charakteren zu werfen. Allein der Panzerbär Iorek Byrnison und seine Beziehung zu Lyra sind herrlich zu lesen und vielschichtig aufgebaut.

Ich finde die Charaktere glaubwürdig und facettenreich beschrieben. Gleichzeitig finde ich den Schreibstil angenehm simpel und dennoch ausreichend, um die Welt dem (jugendlichen) Leser offenzulegen. Alles in Allem ein Buch, das sicherlich zu den besseren Werken unserer Zeit gehört.


Dieses Buch hat nach seiner Veröffentlichung für Wirbel gesorgt, weil Pullmann es explizit als Gegenstück zu "Die Chroniken von Narnia" bezeichnet hat und sich somit explizit gegen die christlichen Kirchen wendet. Schon in diesem ersten Band wird seine kritische Haltung gegenüber den Klerikern deutlich. Ein Umstand, der einige us-amerikanische Kirchen auf die Barrikaden rief, den aufgeklärten Christen aber nicht weiter berührt. Jeder Christ kennt die Geschichte der Kirche und es bedarf wohl keines Boykotts dieses tollen Buchs.




Dieser Beitrag ist Teil der Reihe MMI (Mittwochs mag ich) von Frollein Pfau, die gerade eine kleine Pause benötigt ...

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