Donnerstag, 8. September 2016

Buchvorstellung: Die Zehnte - Symphonie des Schreckens (3/5)

Es ist eine Sensation: Die nie vollendete Zehnte Symphonie von Ludwig van Beethoven taucht plötzlich auf. Augenscheinlich zufällig wird sie vom Intendanten der Oper Francis gefunden. Dieser beauftragt den erfolgreichen Dirigenten Frederic Mallory mit der Uraufführung des Werks.

Am Abend vor der Uraufführung erhält der Dirigent eine Mitteilung eines Unbekannten. Die Sopranistin Rebecca Orosco wurde entführt und in der Oper festgehalten. Zudem hat er die Partitur der Symphonie an sich genommen und droht mit deren Vernichtung. Der Unbekannte zwingt Mallory unter Ausschluss von Polizei und der Öffentlichkeit in ein Spiel der etwas anderen Art.

Schnell bemerkt der Leser zu Beginn der Geschichte, das irgendetwas nicht stimmt. Es taucht ein subtiler Horror auf, der den Leser fesseln kann. Es sind Kleinigkeiten, die das bekannte Bild verzerren und Leser darauf einstimmen, dass irgendetwas Unheimliches vor sich geht.

Nach und nach begleitet der Leser Mallory dabei, wie er zusehends den Verstand zu verlieren scheint. Die Grenze zwischen Sein und Schein verschwimmt mit jedem weiteren Kapitel. Gleichzeitig wandelt sich der Erzählstil weg von subtilen, hin zum expliziten Horror. Die Gewaltdarstellungen werden exakter beschrieben und es fließt deutlich öfter Blut.

Ich finde es schade, dass die diskreten Elemente des Horrors ab zirka der Hälfte des Buchs gänzlich aus der Geschichte genommen wurden. In meinem Dafürfinden erhöhen diese Elemente die Spannung signifikanter als die Darstellung blutiger Szenerien.

Im Großen und Ganzen liest sich das Buch recht flüssig und ich konnte es in einem Stück herunterlesen. Allerdings bin ich beim Lesen über die ein oder andere offene Frage in der Handlung und der Logik gestoßen. Manche Dinge innerhalb der Handlung passen irgendwie nicht, ohne hier genauer darauf eingehen zu wollen, um nicht zu sehr zu spoilern.

Das Handlungswirrwar am Ende rührt vielleicht auch einfach nur daher, als dass selbiges recht schnell kommt. Nachdem dem Leser einige offene Fragen beantwortet wurden, ist das Buch auch schon zu Ende. Mir drängt sich der Gedanke auf, dass dem Buch ein Lektorat recht gut getan hätte.

Dennoch kann ich dieses Buch jedem empfehlen, der dem Genre zugeneigt ist und nicht davor zurückschreckt, Bücher zu lesen, die von den Autoren selbst veröffentlicht wurden. Es muss aber erwähnt werden, dass dieser Horror-Thriller explizite Gewaltdarstellungen beinhaltet und sich somit an erwachsene Leser richtet, die nicht zart besaitet sein dürfen.

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