Dienstag, 4. Oktober 2016

Zehn-Uhr-Leute (Stephen King Story Selection No. 38) 5/5

Rauchen sie fünf bis zehn Zigaretten pro Tag? Sind sie zudem US-Amerikaner? Dann gehören sie zum Stamm der Zehn-Uhr-Leute und müssen sich vorsehen, um nicht eines Tages einen Batman zu sehen, der unvermittelt vor ihnen auftaucht und ihrer Kehle einen Schreckensschrei entlockt, der ihr letzter sein könnte.

Zehn Uhr-Leute? Das sind Raucher, die pünktlich um 10 Uhr ihrer Sucht frönen und sich aus den Nichtraucher-Hochhäusern auf die Straßen quälen.
US-Amerikaner? Amerika ist das einzige Land, in dem die Leute wegen Zigaretten durchdrehen.

Zu dieser Gruppe Menschen gehören Brandon Pearson und Dudley Rhineman, genannt Duke. Und eben jener Pearson sieht eines Tages vor seiner Arbeitsstätte, einer großen Bank, einen Batman und wird von Duke daran gehindert, sich als einer zu erkennen zu geben, der die "Fledermausmenschen" sehen kann. Das können nämlich nur die Zehn-Uhr-Leute, die allesamt Raucher sind, die versuchen mit dem Rauchen aufzuhören und ihren Konsum einschränken.

Damit beginnt die in etwa 50 Seiten umfassende Kurzgeschichte von Stephen King, die zuvor in der Erzählsammlung Albträume - Nightmares & Dreamscapes veröffentlich wurde. Nun erscheint sie als eigenständige Kurzgeschichte als Story Selection No.38.
In dieser Geschichte thematisiert King (wie so oft) das Thema "Rauchen". Als ehemaliger Raucher weiß er wovon er schreibt ... und ich als Leser, wovon ich lese. Dabei ist das teilweise Rauchen nur der Aufhänger, um zu erklären, weshalb nicht alle Menschen die Batman sehen.

Der Erzählstil ist erstaunlich gut. Hier knüpft King an alte Traditionen an. Die Geschichte entwickelt sich spannend und lässt den Leser nach und nach erfahren, was es mit den Batman auf sich hat und welche Rolle Pearson wirklich spielt.

Zehn-Uhr-Leute ist eine spannende und sehr gut erzählte Kurzgeschichte, die ich jedem Horror-Fan empfehlen kann.



Eine Anmerkung zum Schluss

Auch zu dieser Kurzgeschichte von King eine kleine sprachliche Anmerkung: Als Boss in einer Firma wird auch in der heutigen Arbeitswelt noch ein Chef genannt. Aber er hat keine Untergebene, sondern Mitarbeiter, die in seiner Abteilung arbeiten. Ich habe keine Ahnung, ob diese sprachliche Unstimmigkeit auch im Original vorliegt (und somit auf Kings Kappe geht) oder erst durch die Übersetzung in das Buch eingeflossen ist (und somit auf die Kappe des Übersetzers geht).



Dieses Geschichte ist Teil einer Serie von Kurzgeschichten. Es gibt insgesamt 50 Kurzgeschichten, die sich in Summe zur "Stephen King Story Selection" zusammenfügen. Diese Kurzgeschichte wurde mir freundlicherweise vom Heyne-Verlag als Rezensionsexemplar überlassen.

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