Donnerstag, 24. November 2016

Rodinia - Die Rückkehr des Zauberers (5/5)

Ein Schiff dringt durch einen dichten Nebel und trifft auf die Küste Rodinias. Ohne zu wissen, was sie erwartet, hat sich die Schiffsmannschaft einer langen Tortur ausgesetzt. Nur um jetzt auf ein Monster zu treffen, das ihr aller Untergang ist. Bis auf einen. Kyrian. Ein Zauberer, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Inselwelt der Magier zu erobern.

Auf seinem Weg sucht er Verbündete und trifft auf allerlei Wesen, die aus diversen Sagen bekannt sein dürften. Trolle, Feen, Zwerge oder Zentauren haben Platz in dieser Geschichte, wobei mit dem ein oder anderem Klischee gebrochen wird. So man denn überhaupt bei Sagengestalten von Klischees sprechen kann.

Wie bei einem Fantasybuch üblich, taucht der Leser in eine vollkommen fremde und ihn unbekannte Welt ein. Verlieren sich viele Autoren oftmals darin, diese neue Welt in all ihren Details und Facetten zu beschreiben, wird der Leser in "Rodinia" direkt ins Geschehen geworfen. Nach und nach werden Details präsentiert bzw. beschrieben, die sich schlussendlich einem stimmigen großen Ganzen zusammenfügen. Das ist sehr gut gemacht, denn als Leser ist man direkt im Geschehen ohne dabei verloren zu sein.

Glaubhafte Fantasywelt

Einerseits ist Rodinia eine Fantasywelt, die jedem Freund des Genres bekannt sein dürfte. Andererseits hat Laurence Horn einige Überraschungen parat, in dem er mit der ein oder anderen Konvention bricht und scheinbar bekanntes etwas abwandelt. Schlussendlich ist eine wunderbare fantastische Welt entstanden.

Überhaupt sind Wendungen und Überraschung zahlreich in diesem Plot zu finden, so dass es einige Aha-Effekte bei dem ein oder anderen Leser geben dürfte.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man den Hauptprotagonisten auftreten lässt. Atticus O’Sullivan zum Beispiel aus den "Chroniken des Eisernen Druiden" schwebt immer auf der Schwelle des Todes. Er manövriert sich immer wieder in nahezu ausweglose Situationen, aus denen es kaum ein Entrinnen gibt.

Der Zauberer Kyrian aus diesem Buch tritt hingegen immer souverän auf und begibt sich nicht unbedacht in Situationen, die ihn in eine solche Gefahr bringen. Er hat ein Näschen für Fallen und macht sie sich eher zu Nutze. Es mag natürlich auch der Tatsache geschuldet zu sein, dass die meisten Sprüche der Magier und Zauberer in diesem Buch sofort tödlich sind. Heilzauber sucht man vergeblich.
Mehr oder weniger als Folge davon finden sich recht viele blutige Umschreibungen in diesem Buch, die nicht unbedingt jedermanns Sache sein dürfte. Allerdings ist die Gewaltdarstellung nicht so explizit wie in einem Horrorbuch.

Fazit

"Rodinia - Die Rückkehr des Zauberers" ist ein wirklich gelungenes Fantasywerk. Die Charaktere sind gut beschrieben und glaubwürdig, die Fantasywelt bekannt und doch überraschend anders, der Plot passend und stimmig.

Alles in Allem ein Buch, das Lust auf Mehr macht. Mehr? Ja, es gibt mehr. Dieses Buch ist als Trilogie ausgelegt. Es ist zwar in sich abgeschlossen, hinterlässt aber mehrere offene Fragen zu übergeordneten Handlungssträngen.

Ich kann dieses Buch nur jedem Fantasyfreund ans Herz legen und spreche eine 100%-ige Empfehlung aus.



Titel: Rodinia - Die Rückkehr des Zauberers
Autor: Horn, Laurence
Genre: Fantasy
Bewertung: ✦✦✦✦✦

Diese Rezension ist auch auf meinem Bücherblog erschienen.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Bevor dieser sichtbar wird, muss er von einem Admin freigeschaltet werden. Bitte haben Sie etwas Geduld. Danke!