Dienstag, 6. Dezember 2016

Friedhof der Kuscheltiere (5/5)

Dieses Buch wurde 1990 gedruckt und gekauft. Mittlerweile ist das 26 Jahre her. Da kann man schon mal nostalgisch werden, auch wenn sich noch ältere Bücher in meinem Fundus befinden, die ich von meinen Eltern übernommen habe.

Dieses Buch ist für mich aber dennoch etwas Besonderes. Es ist mein erstes Buch von Stephen King und läutete in meiner Leseentwicklung einen Wendepunkt ein. Es war nämlich nicht nur mein erstes Horrorbuch, sondern es ist zudem ein besonders gutes.

Die Rede ist von "Friedhof der Kuscheltiere". Ein Buch, das nebenbei bemerkt auch recht gut verfilmt wurde, wobei sich der Film erstaunlich nah an der Buchvorlage orientiert.



Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine vierköpfige Familie, die zusammen mit ihrem Kater "Church" ein Haus in der fiktiven Stadt Ludlow beziehen. Dieses Haus liegt in der Nähe einer wenig befahrenen Bundesstraße. Schnell freundet sich die Familie mit dem Nachbarn Jud Crandall an, der allerlei Wissenswertes über den Ort und seine Geschichte kennt.

Von ihm erfährt Louis Creed, der Vater der Familie, vom naheliegenden "Friedhof der Haustiere", auf dem die Kinder des Dorfs ihre verstorbenen Haustiere begraben habe. Wenig später erfährt der Vater vom junge Victor Pascow vom Friedhof der Micmac-Indianer. Das geschieht allerdings auf eine ganz besondere Art und Weise.

Es ist dieser Friedhof, durch den Louis irgendwann vor die Frage gestellt wird, ob der Tod wirklich das Ende sein muss. Und damit beginnt die vielschichte Auseinandersetzung zum Thema leben und Tod. Wie hoch darf der Preis sein, um einen geliebten Menschen zurückzuholen?

Diese düstere Geschichte beinhaltet den Tod in all seinen Facetten. Menschen, die viel zu früh sterben. Menschen, die jegliche Bezugsperson um sie herum verlieren und Generationen überleben. Menschen, die von Sterbenden mit ihrer Situation schonungslos konfrontiert werden. Schlussendlich zeigt King, wie endgültig das Leben auf der Erde zwangsläufig ist.

Der Schreibstil ist King typisch recht simpel gehalten und entspricht sicherlich nicht dem gehobenen Sprachkünsten. Dennoch ist das Buch düster genug, als dass es nicht in die Hände von Zartbesaiteten gehört. Die Atmosphäre ist über weite Strecken recht dicht und fesselt den Leser. Auf der anderen Seite dürfen auch in diesem Buch die King typischen Längen im Buch nicht fehlen, was in diesem Werk aber deutlich weniger auffällt als in anderen Büchern.

Das Buch gehört neben Christine und Es in meinen Augen zu den Highlights der King-Horror-Bücher und gehört in jede gut sortierte Horror-Bibliothek.



Titel: Friedhof der Kuscheltiere
Autor: King, Stephen
Genre: Horror
Verlag: Heyne Verlag
Wertung: ✦✦✦✦✦

Diese Rezension wurde auch auf meinem Bücherblog veröffentlicht.




Im Original heißt das Buch "Pet Sematary" und nicht korrekterweise "Pet Cemetery". Diesen Schreibfehler hat King bewusst gewählt, denn das Schild zu Fridhof wurde von kleinen Kindern aufgestellt, denen dieser Schreibfehler unterlaufen ist. Nun sind einige der Meinung, dass das Buch im Deutschen doch besser "Haustier-Frithof" geheißen hätte. Ich verstehe hingegen sehr gut, weshalb lieber "Friedhof der Kuscheltiere" gewählt wurde. Im Deutschen ist es im Gegensatz zum englischsprachigen Raum eben nicht üblich, mit bewusst falscher Schreibweise Aufmerksamkeit zu erregen. Im deutschsprachigen Raum wäre dies sicherlich nach hinten losgegangen.




Mittlerweile wurde das Cover des Buchs überarbeitet. Der Inhalt der neuen Ausgaben ist aber identisch zu den älteren Auflagen.

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