Donnerstag, 15. Dezember 2016

Von den Hütern der Schlange 5/5

Nahezu ohne Pause ist der Leser wieder bei Lynn und Eirik, die sich in den hohen Norden nach Jütland zurückgezogen haben. Der Einstieg ins Buch startet allerdings 20 Jahre eher bei Ríann, Lynns Vater. Spätestens jetzt wird deutlich, dass "Von den Hütern der Schlange" eine Fortsetzung ist.

Genaugenommen ist es der zweite Teil einer Trilogie rund um die Schicksale der beiden Hauptfiguren. Es ist empfehlenswert, den ersten Teil "Von den Grenzen der Erde" gelesen zu haben, um die Vielschichtigkeit der gesamten Geschichte zu erfassen. Als Gedächtnisstütze befindet sich am Ende des zweiten Teils eine kurze Zusammenfassung des ersten Teils.

Ich persönlich fand mich aber auch ohne diese Zusammenfassung direkt zurecht, liegt das Lesen des ersten Teils noch gar nicht so lange zurück. Die Geschichte hat mich dabei direkt wieder in ihren Bann gezogen. Der Spannungsbogen wird anfänglich angehoben, in dem die Geschehnisse der Gegenwart sich mit denen der Vergangenheit abwechseln. Dabei wird nur nach und nach klar, wer weshalb mit wem was gemacht hat.

Vielschichtigkeit

Es offenbart sich eine vielschichtige Geschichte, wobei zahlreiche Charaktere aus dem ersten Teil auftauchen, aber auch viele neue hinzukommen. Wie im ersten Teil ist die Geschichte geprägt von Liebe, Hass, Neid, Treue und Ehre. Von Schicksalen, die verbunden und getrennt werden. Von interessanten Charakteren, die nachvollziehbar handeln und deren Geschicke den Leser zu berühren wissen.

Deutlich mehr im Fokus sind in diesem zweiten Teil allerdings die Geschehnisse rund um Lynn und Eirik. Der Leser bleibt viel länger bei den beiden als noch im ersten Teil. Dadurch wird sehr viel mehr aus deren Leben bekannt, was dem Buch ein Tiefe gibt, die ich in letzter Zeit selten gelesen habe.

Gepaart wird das Geschehen mit den Beschreibungen aus dem damaligen Leben. Wie im ersten Teile hatte ich oft ein Bild vor Augen, wie die Menschen damals wohl lebten und wie schnell sich das Leben für die Menschen hatte ändern können.

Ebenfalls wieder mit von der Partie ist das mystische Element, das dezent im Hintergrund verbleibt, aber ein bisschen mehr Raum einnimmt. Dabei wirkt es aber nie Fehl am Platz und wird in keinster Weise übertrieben dargestellt.

Fazit

Viel zu oft habe ich bei Serien erlebt, dass es fulminanten Auftakt gibt, an diesen mit dem folgenden Teil aber nicht angeschlossen werden kann. Das ist hier definitiv anders. Beide Teile wirken wie aus einem Guss und lesen sich auf einem gleichbleibenden hohem Niveau.

Trotz des Umfangs des Buchs gab es keinerlei Längen bei recht hoher Spannung und einem angenehmen Schreibstil. Ich kann dieses Buch nur empfehlen und bin schon gespannt auf den dritten Teil, der die Trilogie abschließen soll. Das Veröffentlichungsdatum ist allerdings noch nicht bekannt.


Titel: Von den Hütern der Schlange
Autor: Mand, Rebekka
Genre: Historischer Roman
Verlag: Selbstverlag
Bewertung: ✦✦✦✦✦

Diese Rezension wurde auch auf meinem Bücherblog veröffentlicht.

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