Montag, 9. Januar 2017

Schlafmittel für Kinder

Foto: pixabay
Natürlich kann ich den Wunsch zu 100% nachvollziehen, Kindern ein Schlafmittel zu geben, damit diese endlich mal ein- oder durchschlafen.

Intuitiv haben wir unseren Jungs kein Schlafmittel gegeben - so kaputt und ausgelaugt wir auch waren (und wir waren und sind das noch immer recht oft). Und intuitiv haben wir richtig gehandelt, denn der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt derzeit vor einer Verabreichung von Schlafmitteln.

"Es kann - auch in niedrigen Dosen - zum Atemstillstand kommen", heißt es dort. Es gibt zwar keine statistische Datenerhebung, wie viele Eltern ihren Kindern Schlafffmittel verabreichen, aber die Aussagen in vielen Elternforen haben nun etliche Verbände dazu veranlasst, vor einer Verabreichung zu warnen.

Was hilft?

"Wir empfehlen in der Regel den gnadenlosen Einsatz der Verwandtschaft", wird ein Kinderarzt zitiert. Das ist manchmal leichter gesagt als getan. Wir haben zum Beispiel kaum Verwandtschaft, die wir einsetzen könnten. Als wir vor etlichen Jahren unseren Größten bei den Großeltern haben übernachten lassen, war er bis fast Mitternacht aufgeblieben, weil sie kein Mittel gefunden hatten, ihn zur Ruhe zu bringen.

Auch der Löffel Schnaps oder den Schnuller in Rotwein tunken sind keine wirklichen Alternativen.

Bei unserem Ältesten haben wir (zumindest zum Teil) Strategien angewandt, die sich im Buch "Jedes Kind kann schlafen lernen" finden. Ein Buch, das polarisiert, was man schon daran erkennen kann, dass es bei Amazon gut 400 Bewertungen gibt, wovon sich die eine Hälfte absolut positiv äußert und die andere absolut negativ. Ich habe kaum einen Artikel bei Amazon gesehen, bei dem es derart ausgeprägt ist.

Wir plädieren grundsätzlich dafür, auf das eigene Bauchgefühl zu achten. Nun ist unser Großer "irgendwie anders", weshalb wir auch andere Methoden der Erziehung angewandt haben (und es noch immer tun müssen). Bei den beiden Jüngsten haben wir uns bewusst gegen die Methoden entschieden, die in dem Buch stehen. Weil wir uns damit nicht wohl gefühlt haben.

Wie unterschiedlich die beiden sind, erkennen wir z.B. darin, dass der mittlere irgendwann mit zwei Jahren in seinem eigenen Bett schlafen wollte, der jüngste mit fast drei noch immer bei uns im Bett.

Das ist unsere bisherige Lösung, das unser elterliches Bett grundsätzlich für alle offen steht. Es gibt allerdings eine Einschränkung, was die Anzahl der Personen betrifft. So kam es durchaus vor, dass ein Elternteil mit zwei Kindern im Elternbett, dafür ein Eltenteil im Kinderschlafzimmer mit dem dritten übernachtet hat.

Deshalb unser Rat an die übermüdeten Eltern: Möglichkeiten schaffen (dass man z.B. bei den Kindern nächtigen kann) und auf's Bauchgefühl achten. Man muss sich immer wohl bei dem fühlen, was man den Kindern "anordnet".
Möglichkeiten schaffen heißt auch, das eigene Bett vielleicht soweit vergößern, dass das Kind in der Nacht wach sein kann, ohne die Eltern zu stören. Auch das haben wir schon gehabt.



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