Donnerstag, 19. Januar 2017

Vita 5/5

Ein gewöhnlicher Thriller, angesiedelt im Steampunk-Universum. Das ging mir durch den Kopf, als ich den Klappentext zu diesem Buch gelesen habe. Und wie überrascht war ich, als ich festgestellt habe, dass dieses Buch alles möglich ist, nur nicht gewöhnlich.

Diese Überraschung kam mit der ersten entscheidenden Wende in der Handlung nach zirka 30% des Buchs. Danach ändert sich der Verlauf des Buchs grundlegend. Ob der Autor bzw. Verlag diesen Verlauf bewusst nicht im Klappentext erwähnt hat? Offensichtlich! Und so werde auch ich diese Ereignisse nicht preisgeben.

Unbekannte Welt 

Der Thriller beginnt aber dennoch in einigermaßen gewohnten Manier. Der Leser wird in die Welt eingeführt, ohne dass dabei viele Worte verwendet werden, um das Universum, in dem die Handlung verortet ist, zu beschreiben. Die Welt wird so beschrieben, als wäre sie dem Leser bekannt, ohne ihn dabei hilflos zurückzulassen. Er wird lediglich mit den Informationen gefüttert, die für das Verständnis notwendig sind. Ein Kunstgriff, der mir sehr gefällt und den wahrlich nicht viele Autoren beherrschen.

Wendungsreicher Plot 

Viele Steampunk-Welten leben von einer fremdartigen oder unbekannten Energiequelle. So auch in diesem Buch, in dem das titelgebende Vita diese Rolle übernimmt. So recht weiß niemand, was es mit diesem Stoff auf sich hat. Bis im letzten Drittel des Buchs das Geheimnis gelüftet wird und für weitere Wendungen in der Handlung sorgt.

Immer wieder ändert sich der Handlungsverlauf und diese Geschichte lebt davon, den Leser immer wieder zu überraschen. Das hebt die Spannung und lässt den Leser auf den Seiten verharren. Dazu trägt sicherlich der angenehme und einfache Schreibstil bei. Der Leser rauscht so einfach durch das Buch wie ein vorgewärmtes Messer durch ein Stück Butter.

Ebenfalls dazu beigetragen hat sicherlich, dass der Leser immer beim Hauptprotagonisten bleibt. Es gibt diesen einen Handlungspfad, der nicht verlassen wird. Dadurch entsteht der recht starke, authentische Hauptcharakter, der in seiner rauen Art sich perfekt in die Steampunk-Welt eingliedert. Im Gegenzug bleiben manche Nebencharaktere ein wenig blass.

Das Buch zeigt dem Leser die Abgründe der Menschlichkeit und wirft eine altbekannte Frage auf: Wie weit würden die Mächtigen der Welt gehen, um ihre Ziele zu erreichen? Vor Gewalt wird indes in diesem Buch nicht zurückgeschreckt, aber es kommt zu keinen expliziten Darstellungen, so dass niemand vor einem hohen Gewaltgrad zurückschrecken muss.

Offenes Ende 

Das Buch verzichtet auf einen Epilog. So bleiben viele Fragen offen, der weitere Verlauf im Dunkeln. Offene Enden lassen in meinen Augen den Leser immer ein bisschen unbefriedigt zurück, auch wenn mit diesem Ende sich eine gewisse Konsequenz nicht leugnen lässt. Was ich damit meine, kann der Leser dieser Rezension in Gänze nur verstehen, wenn er das Buch gelesen hat. Ich möchte ja das Ende nicht spoilern.

Fazit 

Und das Buch lesen sollte er. Denn dieser Thriller ist nicht einfach nur ein gewöhnlicher Thriller, der in ein Steampunk-Universum verfrachtet wurde. Es ist eine spannende und wendungsreiche Geschichte, die sich voll und ganz dem menschlichen Streben nach Mehr in all seinen Facetten verschreibt.

Ich bin geneigt, Bücher, die dem Leser mit einem offenen Ende und unbeantworteten Fragen zurücklassen, nicht mit der vollen Punktzahl zu bewerten. Aber in diesem Fall wiegt es nicht so schwer, als dass es dem restlichen Buch gerecht werden würde. Dieses Buch verdient nämlich die uneingeschränkte Leseempfehlung.




Titel: Vita
Autor: Münter, Felix A.
Genre: Thriller/Steampunk
Verlag: Papierverzierer Verlag
Bewertung: ✦✦✦✦✦

Diese Rezi findet sich auch auf meinem Bücherblog.



Wer einmal in das Buch hereinlesen möchte, kann dies direkt machen. Einfach unten die Vorschau auswählen und in die Geschichte eintauchen.

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