Mittwoch, 8. Februar 2017

Inklusion als falsch verstandenes Wahlkampfthema

Mein dieswöchiger MMI-Beitrag ist politisch. Am 14. Mai 2017 ist Landtagswahl in NRW. Das merkt man meist daran, dass mit recht abstrusen und polemischen Wahlkampfversprechen die Gunst der Wähler gewonnen werden soll.

Armin Laschet von der CDU und Christian Lindner von der FDP versuchen das Thema "Inklusion" für sich zu instrumentalisieren und spielen mit den Ängsten der Eltern, dass ihre Kinder nicht geeignet ausgebildet werden.

Polemik

Die beiden Herren verwendet dafür altbekannte Bilder, die in den Köpfen vieler herumgeistern. Sätze wie "Inklusion mit der Brechstange" oder "Förderschulen werden zerschlagen" werden verwendet, um gegen Inklusion und somit gegen Familien mit behinderten Kindern zu wettern.

Nun richten sich 21 Elternvereine aus NRW in einem offenen Brief an die beiden Herren, mit der Bitte, nicht nur Polemik und Wahlkampf zu betreiben, sondern mit konstruktiven Beiträgen die Situation in den Schulen von NRW zu verbessern.

Der offene Brief zum Nachlesen auf der Website von mittendrin e.V. aus Köln.

Ich finde auch, dass die Klassen zu groß sind. Ich finde auch, dass die Schulausstattung veraltet ist. Ich finde auch, dass die Lehrer teilweise zu schlecht ausgebildet sind. Ich finde auch, dass es mehr Schulbegleiter bedarf. Aber die Schuld an diesen Um- und Zuständen haben sicher nicht behinderte Kinder.

Die Stadt-Köln gibt zum Beispiel an, dass alle Eltern, die für ihre Kinder eine Gesamtschule auswählen, eine weitere Schulform bzw. Schule angeben, weil die Bewerbungen für Gesamtschulen überhand nehmen.

Neue Schullandschaft

Wie verschoben ist mittlerweile das Bild: Haben früher viele Eltern Stimmung gegen Lehrer gemacht, damit ihre Kinder eine Empfehlung für das Gymnasium erhalten, wird diese Schulform mittlerweile gemieden. Der Grund? Das Turbo-Abi.

Aber von Turbo-Abi mit der Brechstange ist bei dem Wahlkampf nicht die Rede. Auch nicht davon, dass die Unis allein gelassen wurden, als plötzlich und unerwartet zwei Schul-Jahrgänge sich für Studiengänge eingeschrieben haben.

Das spielt in der gleichen Liga wie die Schaffung vieler u3-KiTa-Plätze samt einen Rechtsanspruch. Und dann werden die Eltern mit ihren i-Dötzchen allein gelassen, die plötzlich wieder mittags auf der Matte stehen, weil zu wenig Plätze in der Ganztagsbetreuung zur Verfügung stehen.

Das sind die Themen, die im Wahlkampf auftauchen sollten. Das sind die Themen, die Eltern mit schulpflichtigen Kindern beschäftigen. Und hier braucht es zukunftsträchtige Konzepte, die gerne im NRW-Wahlkampf vorgestellt werden dürfen.



Bei Frolleinpfau gibt es im heutigen Mittwochs Mag Ich "Apfel-Zimt-Minigugl" - wie bedauerlich, dass Zimt so gar nicht mein Gewürz ist.



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