Donnerstag, 30. März 2017

Der Tote im fremden Mantel 4/5

Ein Bestatter, der als Ermittler auftritt. In Amsterdam scheint das nicht so abwegig. Pieter Posthumus ermittelt im Falle unbekannter Verstorbener in deren Nachlass, um mehr über die Personen herauszufinden, die ihm zur Beisetzung überlassen werden.

In seinem dritten Fall stolpert er bei seiner Recherche über einen edlen Kaschmir-Mantel, den ein Drogenjunkie getragen hatte, als er verstarb. Mit dieser ersten Ungereimtheit beginnt dieser außergewöhnliche Krimi, der über einige interessante Details verfügt.

Vorkenntnisse

Der Einstieg in die Geschichte wird vermutlich denen leichter fallen, die die ersten beiden Fälle von PP kennen, wie er von seinen Freunden genannt wird. Für mich war dies der erste Fall und schon auf den ersten Seiten wurde ich mit Details konfrontiert, die ich nicht direkt zuordnen konnte.

Für das Gesamtverständnis dieses Buches ist es allerdings im Nachhinein betrachtet nicht notwendig, die ersten beiden Teile zu kennen. Dieses Buch funktioniert auch alleine, so dass der Erstleser die Anspielungen getrost als Tatsache hinnehmen kann. Der passende Kontext wird sich im Laufe des Buchs finden.

interessante Charaktere

Wie schon erwähnt ist PP ein Ermittler, der für das städtische Bestattungsamt arbeitet. Daneben treten selbstverständlich noch andere Charaktere auf, die teils aus den ersten Bänden bekannt sind, teils neu auf der Bühne auftreten. Der Fokus dieses Buchs liegt nicht in der Darstellung der Charaktere, sondern vielmehr darin, wie die Personen miteinander agieren und wie die Puzzleteile dieses Falls von den unterschiedlichen Personen miteinander kombiniert werden.

Dabei konzentriert sich die Geschichte durchaus auf PP und den Kommissar de Boer, die jeweils auf ihre eigene Art die Sache betrachten und jeder für sich auf ganz andere Möglichkeiten zurückgreift.

Konstrukt

Damit diese Geschichte funktioniert, müssen ein paar Elemente vorhanden sein, damit PP als quasi Außenstehender überhaupt in die Polizeiarbeit eingreifen kann. Zuweilen kann das auf den Leser ein bisschen zu arg konstruiert wirken. Auf mich hat das allerdings nicht so störend gewirkt. Vielleicht weil ich durch den wunderbaren und durchaus eigensinnigen Erzählstil abgelenkt wurde. So dringt der Leser nicht nur den Amsterdamer Alltag ein, sondern auch in den Kopf des Ermittlers - zuweilen auch in einem steten Wechsel.

Dieser Erzählstil gepaart mit den bildlichen Beschreibungen der Stadt, haben mir recht gut gefallen.

Fazit

Dieser Krimi mit zwei Ermittlern aus zwei unterschiedlichen Branchen ist sicherlich außergewöhnlich. Zuweilen wirkt der gesamte Plot ein bisschen zu sehr auf den Hauptprotagnisten herumgestrickt, aber der Leser wird durch den außergewöhnlichen Schreib- und Erzählstil entschädigt.

Als Erstleser ist es durchaus möglich mit diesem dritten Fall in die Welt des Pieter Posthumus einzudringen, allerdings muss man dann in Kauf nehmen, dass so manche Anspielung eher Lust auf die ersten beiden Teile macht. In sich schlüssig bleibt dieser Teil dennoch allemal. Von daher kann ich diesen Krimi nur allen Genrefreunden ans Herz legen.



Titel: Der Tote im fremden Mantel
Autor: Bolt, Britta
Genre: Krimi
Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
Bewertung: ✦✦✦✦✧

Diese Rezi findet sich auch auf meinem Bücherblog.





Wer möchte, kann an dieser Stelle direkt in die ersten Seiten eintauchen:

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