Freitag, 24. März 2017

Über Abendrituale und Schlaflieder

Irgendwann entwickelt jede Familie ihre Rituale. Vor allem zum Abend hin. In dieser Blogparade, die von Kinderliedergarten ins Leben gerufen wurde, geht es um Abendrituale und die möglicherweise dazugehörigen Schlaflieder.

Auch wenn sich unser Tagesablauf im Laufe der Zeit immer wieder ändert und wir immer öfter von den Ritualen abweichen, je älter die Kinder werden, so hat sich seit der Geburt unseres ältesten Sohns vor achteinhalb Jahren eine gewisse Grundstruktur herauskristallisiert.


Normalität

Der Abend wird praktisch mit dem Abendessen eingeläutet. Anschließend geht es ins Bad und wir lesen eine Geschichte vor. Dann zögern die Jungs das Zubettgehen mit diversen Aktionen hinaus (nochmal was trinken, nochmal auf Klo), was dann schon fast ebenfalls zu ihrem Ritual gehört.

Sind die Jungs dann aber im Bett, dann fordern sie immer ein Lied. Dabei ist es egal, ob Papa oder Mama die Kinder ins Bett bringt, wobei ich zugeben muss, dass Mama ein deutlich breiteres Liedrepertoire mitbringt als ich.

Interessanterweise kann mal die Geschichte wegfallen oder die Zeit im Bad wird auf Minimum reduziert. Aber auf das Lied können unsere Jungs nur schwer verzichten. Das gibt es eigentlich immer.

Keine CD und kein Radio

Unsere Kinder haben im Kinderzimmer einen CD-Player, mit dem sie Musik-CDs und Hörbücher bzw. -spiele eigenständig anhören können. Zusätzlich haben wir noch ein Digitalradio im Zimmer stehen, mit dem sie gerne KiRaKa hören. Aber zum Abend hin, werden alle Abspielgeräte abgeschaltet und es wird live gesungen.

Natürlich treffen wir nicht immer jeden Ton und ich selbst neige auch schon mal dazu, beim dem ein oder anderen Lied, die Strophen zu verwechseln, aber das ist ihnen egal. Ich glaube, ihnen ist nur wichtig, dass einer von uns singt.

Folgend nun die Vorstellung von vier Liedern, die wir am häufigsten singen. Meine Frau kennt noch ein paar mehr, aber ich bin froh, dass sich wenigstens diese in meinem Repertoire befinden.

Unsere Lieder

Still, Still, Still

Dieses Lied gibt es in mehreren Varianten. Wir nutzen das Lied mit folgenden Strophen:

Still, still,still
weils Kindlein schlafen will.
Die Vöglein draußen auf den Bäumen,
schlafen auch schon fest und träumen.
Still, still, still
weils Kindlein schlafen will.

Schlaf, schlaf, schlaf
mein liebes Kindlein, schlaf.
Ich will Dir noch ein Liedchen singen,
und Dich dann ins Bettchen bringen.
Schlaf, schlaf, schlaf
mein liebes Kindlein schlaf.

Träum, truäm, träum
mein liebstes Kindlein, träum.
Dein Püppchen und Dein Kuscheltier,
schlafen auch schon neben Dir...
Träum, träum, träum
mein liebstes Kindlein träum.


Allerdings ersetzen wir gerne einzelen Worte in den Liedern, wie z.B. Kindlein mit dem Namen des Kindes. Dadurch wird es persönlicher.


 

Die Blümelein sie schlafen


Das nächste Lied dürfte kein Unbekannter sein und besteht aus vier Strophen:


Die Blümelein, sie schlafen
schon längst im Mondenschein,
sie nicken mit den Köpfchen
auf ihren Stengelein.
Es rüttelt sich der Blütenbaum,
er säuselt wie ein Traum;
schlafe, schlafe,
schlaf du, mein Kindelein.

Die Vögelein, sie sangen
so süß im Sonnenschein,
sie sind zur Ruh gegangen
in ihre Nestelein.
Das Heimchen in dem Ährengrund
es tut allein sich kund.
Schlafe, schlafe,
schlaf du, mein Kindelein.

Sandmännchen kommt geschlichen
und guckt durchs Fensterlein,
ob irgend noch ein Kindchen
nicht mag zu Bette sein.
Und wo er nur ein Kindlein fand,
streut er ins Aug ihm Sand.
Schlafe, schlafe,
schlaf du, mein Kindelein.
 

Sandmännchen, aus dem Zimmer!
Es schläft mein Herzchen fein.
Es ist gar fest verschlossen
schon sein Guckäugelein.
Es leuchtet morgen mir Willkomm,
das Äugelein so fromm.
Schlafe, schlafe,
schlaf du, mein Kindelein.


Man beachte, dass in diesem Lied das Sandmännchen noch der böse ist, der dem Kind Sand ins Auge streut. Erst später hat das Sandmännchen sein böses Image abgelegt.

Hier eine recht interessante Version dieses Lieds:



Leise, Peterle, Leise

Auch bei dem folgenden Lied wechseln wir die Namen gegen die unserer Kinder aus:

Leise, Peterle, leise!
Der Mond geht auf die Reise.
Er hat sein weißes Pferd gesäumt.
Das geht so still, als ob es träumt.
Leise, Peterle, leise!

Stille, Peterle, stille,
der Mond hat eine Brille.
Ein graues Wölkchen schob sich vor,
das sitzt ihm grad auf Nas und Ohr.
Stille, Peterle, stille!

Träume, Peterle, träume,
der Mond guckt durch die Bäume.
Ich glaube gar, nun bleibt er stehn,
um Peterle im Schlaf zu sehen.
Träume, Peterle, träume!

Ruhe, Peterle, ruhe,
der Mond hat goldene Schuhe.
Er hat sie schon bei Tag geputzt,
weil er sie ja nur nachts benutzt.
Ruhe, Peterle, ruhe!

Schlafe, Peterle, schlafe,
der Mond hat silberne Schafe.
Sie gehn am Himmel still und sacht
und sagen Peterle Gute Nacht!
Schlafe, Peterle, schlafe!


Auf youtube gibt es von diesem Lied nicht so viele Varianten, aber um die Melodie zu hören, reicht diese Version sicherlich aus:




Weisst du wieviel Sternlein


Als letztes stelle ich ein Schlaflied vor, dass einen deutlichen Bezug zu Gott hat. Das ist vielleicht nicht jedemanns Sache.

Weisst du wieviel Sterne stehen
an dem blauen Himmelszelt?
Weisst du wieviel Wolken gehen
weithin über alle Welt?
Gott, der Herr, hat sie gezählet,
daß ihm auch nicht eines fehlet,
an der ganzen grossen Zahl,
an der ganzen grossen Zahl.

Weisst du wieviel Mücklein spielen
in der hellen Sonnenglut?
Wieviel Fischlein auch sich kühlen
in der hellen Wasserflut?
Gott, der Herr, rief sie mit Namen,
dass sie all' ins Leben kamen
Dass sie nun so fröhlich sind
Dass sie nun so fröhlich sind.

Weisst du wieviel Kinder schlafen,
heute nacht im Bettelein?
Weisst du wieviel Träume kommen
zu den müden Kinderlein?
Gott, der Herr, hat sie gezählet,
dass ihm auch nicht eines fehlet,
kennt auch dich und hat dich lieb,
kennt auch dich und hat dich lieb.

Weisst du, wieviel Kinder frühe
stehn aus ihrem Bettlein auf,
Dass sie ohne Sorg und Mühe
fröhlich sind im Tageslauf?
Gott im Himmel hat an allen
seine Lust, sein Wohlgefallen,
Kennt auch dich und hat dich lieb.
Kennt auch dich und hat dich lieb.


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