Mittwoch, 5. April 2017

Lebensmittelbeschaffung für das Familienchaos

Jetzt habe ich auf diesem Blog schon so einiges zu unserem Lebensmittelkonsum geschrieben, da stellt sich natürlich die Frage, wo wir die eigentlich einkaufen. Passend dazu gibt es derzeit die Blogparade Discounter oder doch Supermarkt von pferdigunterweg.com.

Wenn ich nun sage, dass der Posten Lebensmittel nach der Miete die zweithöchste regelmäßige Ausgabe ist, dann lässt es schon vermuten, dass wir wenig bis gar nicht bei Discountern oder die Discounter-Hausmarken kaufen. Das liegt zum einen daran, dass wir fünf hungrige Mäuler zu versorgen haben und mit drei Jungs gute Essensvernichter im Haushalt leben. Das hat aber auch andere Gründe.

Ist eh alles das gleiche

Ich durfte im Zuge meiner Ausbildung diverse Prozesse der Lebensmittelindustrie kennenlernen. Darunter befand sich auch eine recht große Molkerei, bei der ich ein dreimonatiges Praktikum während des Studiums absolviert habe.

Dort habe ich tatsächlich das gesehen, was viele Befürworter der Lebensmittel vom Discounter immer wieder behaupten. Die Lebensmittel sind alle gleich und werden nur unterschiedlich verpackt. Und so wurde die Milch für den Discounter in dieser Molkerei ebenso abgefüllt wie die Milch für den Supermarkt.

Es stimmt also, dass beide Milchtüten aus derselben Molkerei den Weg in die Regale gefunden haben. Was der Verbraucher aber nicht gesehen hat: Die Produktion wurde währenddessen umgestellt. Es war also durchaus nicht die gleiche Milch, sondern der Discounter durfte lediglich die Anlagen der Molkerei für seine Produkte benutzen.

Nachhaltigkeit

Beim Kauf von Lebensmitteln versuchen wir nicht nur nach Möglichkeit unbelastete, sondern eben auch nachhaltige Produkte zu kaufen. Das ist nicht einfach und bei manchen Lebensmitteln auch gar nicht möglich, die Produktionsschritte immer im einzelnen nachzuvollziehen.

Damit wir aber nicht wöchentlich eine wissenschaftliche Arbeit beim Kauf der Lebensmittel durchführen möchten, haben wir uns auf ein paar Grundsätze geeinigt und die Lebensmittel "kategorisiert".

Alternativen zum Discounter

So unterscheiden wir grundsätzlich zwischen frischen Waren und dem Rest. Die frischen Waren kaufen wir vor allem im Sommer auf dem Wochenmarkt, wenn die regionalen Bauern ihre frischen Waren verkaufen. Der Wochenmarkt wird in meinen Augen eh viel zu oft vernachlässigt.

Vor allem im Winter greifen wir notgedrungen auf Waren aus Supermärkten zurück, wobei wir Bio-Supermärkte bevorzugen. Und weil wir einen großen Alnatura um die Ecke haben, ist dieser unsere erste Wahl.

Aber auch hier schauen wir darauf, dass wir keine Lebensmittel kaufen, die ihren Ursprung in Trockenregionen haben. Grundsätzlich kaufen wir keine Lebensmittel, die gerade keine Saison haben. Und wir wissen, dass es manchmal sinnvoller ist, im Winter einen Apfel auf Südamerika als aus Deutschland zu kaufen. Aber das ist ein anderes Thema.

Bunter Mix

Bei den nicht frischen Waren, kaufen wir bunt gemischt ein. Was uns dabei aufgefallen ist, dass der ungesunde Kram meist besser schmeckt, wenn es aus dem konventionellen Supermarktregal kommt. Seien es Chips, Nutella, Ketchup oder Kekse - die kaufen wir konventionell.

Andere Lebensmittel, wie z.B. Joghurts, haben deutlich andere Zusammensetzungen, wenn sie als Bio-Waren gekauft werden. So ist in Bio-Joghurts oftmals nur halb so viel Zucker drinnen als in konventionellen.

Kein Discounter

Und so gibt es keinen Laden, den wir bevorzugen, sondern wir kaufen in einem bunten Mix ein. Nur die Discounter meiden wir und kaufen auch nicht die Discounter-Hausmarken.

Das rührt aber nicht von der Qualität der Waren her, sondern von den Methoden bei der Lebensmittelbeschaffung. So nutzen die großen Discounter schamlos ihre Marktposition aus und versuchen eine Monopolstellung zu erzielen, um so Druck auf die herstellenden Betriebe auszuüben.

Wer billige Lebensmittel haben möchte, muss zwangsläufig in Kauf nehmen, dass diese billig hergestellt werden. Mit allen Nachteilen, die dazugehören.

Natürlich muss eine große Menge an Lebensmitteln hergestellt werden, um eine große Anzahl von Menschen zu ernähren. Und es ist auch Fakt, dass Deutschland sich nicht mehr selbst mit Lebensmitteln versorgen kann.

Es gewinnt vermutlich derjenige einen Nobelpreis, der eine passende Antwort zu diesen Zwiespalt liefert.

Und so bleibt zumindest für uns die Lösung, dass wir in einem bunten Mix aus Wochenmarkt, Bäcker, Metzger, Bio-Supermarkt und konventionellem Supermarkt die Lebensmittel kaufen und dabei die Discounter außen vor lassen.



Dieser Beitrag ist auch verlinkt mit MMI der Frollein Pfau, wo der Leser an einem Wüstentrip teilhaben darf. Ich empfehle als Mittwochslektüre den Beitrag drunter, in dem von den Fernseh-Erfahrungen berichtet wird.


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