Mittwoch, 17. Mai 2017

Das Papa-Interview: 10 Fragen - 10 Antworten

Papas melden sich zu Wort. In einem Interview, das von Julies Puddingklecks initiiert wurde. In diesem Fall interviewe ich mich selbst, denn hier schreibt ein Papa von drei Jungs.


Gleichzeitg ist dieser Beitrag verlinkt mit Frollein Pfaus Mittwochs mag ich Blogreihe, wo es heute sehr schwedisch musikalisch zugeht.







1. Wie hast du die Schwangerschaften deiner Frau erlebt. Waren sie unterschiedlich? Wurdest du mit einbezogen?

Jede Schwangerschaft ist so unterschiedlich wie die Kinder selbst. Die erste Schwangerschaft ist noch mal sehr viel spannender und aufregender als die anderen beiden. Als junge Eltern wussten wir (wie allen anderen Eltern auch) so überhaupt nicht, was uns erwarten würde.

Bei der ersten Schwangerschaft konnten wir uns voll und ganz auf diese konzentrieren. Bei der zweiten Schwangerschaft gab es zusätzlich noch den Erstgeborenen, der Aufmerksamkeit einfordert. Allein das machte schon einen sehr großen Unterschied.


 
2. Hat sich seit der Geburt deines ersten Kindes etwas geändert?

Meine Frau hat ambulant entbunden. Das heißt, wir sind eines Tages zu zweit aus der Wohnung heraus und ein paar Stunden später zu dritt wieder zurückgekommen. Und es ist nicht in Worte zu fassen, was diese Stunden verändert haben. Das komplette Leben steht auf einmal Kopf.

Vielleicht sollte die Frage heißen: Was hat sich seither nicht verändert? Und selbst da bleibt nicht viel.


3. Was wurde anders von Kind zu Kind? Wurde etwas anders?

Definitiv. Je mehr Kinder, umso mehr Zeit fordern sie ein. Gleichzeitig sinken die Zeitspannen, die die Eltern für sich zu zweit und alleine haben.

Mit einem Kind gibt es eine Zwei-zu-Eins-Betreuung. Mit zwei Kindern konnten wir eine Eins-zu-Eins-Betreuung realisieren (was auch oft notwendig war, liegen die beiden ersten lediglich eineinhalb Jahre auseinander).

Mit dem dritten Kind bekommt ein Kind zwangsläufig nicht die Aufmerksamkeit eines Elternteils. Gerade zu Anfang, als unsere Nummer Drei noch ein Säugling war, ist das arg aufgefallen. Zumal meine Frau den Haushalt und den Alltag alleine stemmen musste, als ich wieder arbeiten gehen musste.


4. Was würdest du in Bezug auf deine Kinder ändern wollen?

Ich hätte gerne mehr Zeit (für die Kinder, für die Frau, für mich selbst) und mehr finanzielle Unabhängigkeit (Wohnraum ist leider so verdammt teuer in Köln und anderen Großstädten). Auf die anderen Faktoren habe ich ja direkten Einfluss :)


5. Gibt es etwas, was du mit der Erfahrung von heute in der Vergangenheit anders gemacht hättest?

Das ist grundsätzlich immer schwierig eine solche Betrachtung. Nachher ist man bekanntlich immer klüger - und hätte sicherlich andere Fehler gemacht. Dennoch gibt es eine Sache, die zumindest bei uns nicht funktioniert hat. Ich wollte gerne einer der "neuen Väter" sein, die stärker im Haushalt und bei den Kindern aktiv werden.

Das hat aus den unterschiedlichsten Gründen nicht funktioniert. Nicht nur, weil es daheim nicht geklappt hat (Überschneidung der Zuständigkeiten), sondern auch auf der damaligen Arbeit ist mir extrem viel Gegenwind entgegengeblasen, der mich beinahe umgeworfen bzw. aus der Bahn geworfen hätte.

Auf der anderen Seite: Wenn ich nicht versucht hätte, diesen Weg zu gehen, würde mir diese Erfahrung nun fehlen. Aber sag ich ja, dass solche Betrachtungen immer schwierig sind.


6. Hat sich die Beziehung zu deiner Frau durch die Kinder geändert/gefestigt/gelockert?

Sie ist anders geworden. Irgendwie stark schwankend. Grundsätzlich ist es sicherlich sehr hilfreich, dass eine Paarbeziehung gefestigt ist, bevor die Kinder in die Familie kommen. Diese stellen die Beziehung schon öfters auf die Probe.

Allerdings merken wir sehr wohl, dass je älter die Kinder werden, wir wieder mehr für uns haben. So so bewahrheitet sich eines immer wieder: Es gibt für alles seine Zeit.


7. Wie hast du dir dein Leben als Papa vorgestellt? Inwiefern stimmt es mit der Realität überein?

Man kann sich als Kinderloser gar nicht so recht vorstellen, wie es mit Kindern ist. Es ist sooo anders. Dennoch sind die Träume, Wünsche und Vorstellungen wichtig. Auch wenn sie später in der Realität nicht so kommen, wie man gedacht hat.


8. Was wünschst du dir für deine Kinder für die Zukunft?

Ich wünsche, dass wir als Eltern unseren Kindern Vorbild genug sind, so dass sie später ihren Lebensweg gehen. Und wo wir selbst immer wieder von argen Problemen innerhalb der Familien sehen, so wünsche ich mir, dass unsere Familie zusammenhält, auch wenn die Kinder erwachsen sind und womöglich ihre eigenen Familien gegründet haben.


9. Was rätst du anderen werdenden Vätern?

Das gleiche, was auch den Müttern geraten wird: Auf das eigene Bauchgefühl achten, nicht auf die vielen Tipps und Ratschläge anderer hören und sich mit dem, was man tut, immer wohl fühlen.


10. Möchtest du sonst noch etwas loswerden?

Man hört immer wieder, dass viele Eltern es bereuen, Kinder in die Welt gesetzt zu haben. Ja, es ist eine große Herausforderung und eine immense Verantwortung, Kinder in die Familie aufzunehmen. Und jedes Paar muss sich vorher mit dieser Thematik auseinandersetzen, was es bedeutet, diese Verantwortung zu übernehmen.

Wenn mich jemand fragt, ob ich es bereue, so sage ich auf jeden Fall: Nein. Trotz allem, sind die Kinder für mich persönlich eine Bereicherung fürs Leben.




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