Donnerstag, 6. Juli 2017

Ein Rennwochenende für Familien am Nürburgring

Der Nürburgring hat durchaus einen Namen, nicht nur für ein Musikfestival, sondern auch für diverse Rennevents. Also haben wir uns gedacht, dass wir mit drei Auto begeisterten Kindern uns solch ein Rennen mal anschauen müssen. Gesagt, getan. Unsere Wahl fiel auf den Truck Grand Prix, also auf ein Rennwochenende mit diversen LKW-Rennen.


Erstes Hindernis: Tickets


Schon bei der Bestellung der Karten kamen die ersten Hindernisse. Welches Ticket benötigt man wofür? Es gab insgesamt insgesamt sechs verschiedene Tickets zzgl. der ermäßigten Tickets. Das Familienticket schien auf den ersten Blick attraktiv, bot aber kaum mehr als das Bronze-Ticket. Das Schnupper-Ticket wäre besser gewesen, galt aber nur für den Freitag.

Schlussendlich haben wir uns für ein Bronze-Ticket für einen Tag entschieden, weil es die gleichen Leistungen beinhaltete wie Familienticket nur ohne Parkticket. Auf die Frage, ob das die richtige Wahl war, komme ich später nochmal zurück.


Zweites Hindernis: Parken

Es gibt am Nürburgring gibt es vier Parkzonen und ein Parkhaus - aber kein Parkleitsystem. Schon hier beginnt die schlechte bis gar nicht vorhandene Beschildung des Nürburgrings sich bemerkbar zu machen. Da hatte es auch wenig geholfen, dass die Parkwächter sich mit Megaphonen versucht haben bemerkbar zu machen.

TIPP: Wer zu den Haupttribünen möchte, nutzt die Parkplätze der Parkzone A, wer die Familientribünen T12 nutzen möchte, nutzt die Parkzone D.
ABER: Die Parkzone A ist spätestens mittags voll. Was die Ordner erst merken, wenn kein PKW mehr auf den Parkplatz passt. Alle Fahrzeuge, die sich auf den Weg zu den Parkplätzen befinden, müssen dann umkehren und sich mühsam zu anderen Parkbereichen aufmachen. Hier sind gute Nerven gefragt, die nicht jeder Autofahrer aufbringen kann!

Drittes Hindernis: Wegfindung

Die Beschildung am Nürburgring ist eine Katastrophe. Witzigerweise ist selbst der Eingang nicht beschildert. Wie wir zu Tribüne 11 gekommen wären, wissen wir bis heute nicht. Die Wege sind relativ weit, die Anlage nur bedingt barrierefrei. Den Kinderwagen lässt die Familie besser zu Hause.

Allein der Weg vom Kinderland, das im Hauptgebäude untergebracht war (ring°boulevard) bis zur Familientribüne T12 glich einem recht ausdauerndem Hindernisparcour. Denn einen direkten Weg gibt es nicht. Und die Ordner kennen leider auch nicht immer den direkten Weg.

Unser Dreijähriger ist zwar recht gut zu Fuß, musste nachher dann aber doch mehr auf Schultern getragen werden.

TIPP: Familien parken am besten in Parkbereich D und bleiben dann auch gleich auf dieser Seite. Der Ausflug zum ring°boulevard lohnt nicht.

Viertes Hindernis: Wetter

Die Eifel ist bekannt für ihr launiges Wetter. Dieses Wochenende war arg verregnet und wer die letzten "Rock am Ring" verfolgt hat (so sie am Nürburgring stattfanden), wird wissen, dass die meist in einer Schlammschacht enden.

Bedauerlicherweise ist aber grad die Familientribüne nicht überdacht. Das ist weder bei Regen noch bei Sonnenschein für Familien sehr förderlich. Die Sicht auf die Rennstrecke ist zwar gegeben, aber nicht gerade ideal.

Eigentlich wollten wir zur Tribüne 11, haben aber den Weg dorthin nicht entdeckt. Eine Ausschilderung vor allem im Fahrerlager ist nur sehr rudimentär vorhanden. Man muss wohl den Nürburgring mehrmals besuchen, um sich einigermaßen zurechtzufinden.

Das Wetter führte dann auch dazu, dass die Rennen mehrmals unterbrochen und teilweise sogar abgebrochen wurden, weil es zu viele Unfälle gab.

Fünftes Hindernis: Kinderbespaßung

Das Rennwochenende ist eindeutig auf ein Rennpublikum ausgerichtet gewesen. Im Fahrerlager konnte man die Teams anschauen und die Sponsoren hatten ihre Zelte für geladene Gäste aufgestellt. Das ist verständlich, für Kinder aber jetzt nicht sooo spannend. Ebenso verständlich, dass die paar Kinder-Attraktionen, die es gab, dann auch überlaufen waren.

Klar, auch wir waren wegen der Rennen gekommen und haben auch einige gesehen, aber zwischendrinnen müssen Kinder sich nun mal ein bisschen bewegen, vor allem, weil die Rennen allein schon durch ihre Lautstärke anstrengend sind.

Hier hätte man deutlich mehr machen können, vor allem weil man explizit Familien angesprochen hatte.

Fazit

Getreu dem Motto: "Jetzt haben wir das auch mal gesehen", haben wir den Renntag am Nürburgring hinter uns gelassen. Auch wenn wir jetzt eher wissen, wo wir beim nächsten Mal hinmüssen, werden wir das nicht so schnell wiederholen.

Vermutlich würden wir uns dann auch eher Karten für die Tribünen T4 bemühen, um einen besseren Blick auf die Rennstrecke zu bekommen. Von daher war unsere Ticketwahl nicht die beste gewesen. Aber Vorsicht: Familienticket ist nicht Familienticket. Die enthaltenen Leistungen variieren von Veranstaltung zu Veranstaltung!

Den Kindern hat der Renntag natürlich gefallen, auch wenn sie mehr hätten sehen wollen. So gab es lediglich bei den MAN-LKW die Möglichkeit, mal einen LKW von innen zu sehen. Dennoch waren die großen Kinderaugen und der Glanz in den Augen den Aufwand wert, als die Renn-LKW und später die Tourenwagen an uns vorbeirauschten.

Öfter als einmal im Jahr müssen wir das allerdings nicht machen. Dafür müssten die Veranstalter ein bisschen mehr machen, um das Familienpublikum öfters anzulocken.




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