Sonntag, 13. August 2017

Das Leben mit drei Kindern

Sonja hat auf ihrer "besonderen Welt" von ihrem Erlebnissen mit ihren beiden Töchtern berichtet und gleichzeitig zur Blogparade aufgerufen: Wie ist das Leben in anderen Familien mit Geschwisterkindern?

Wir haben drei Söhne, wobei die beiden Großen lediglich 1,5 Jahre trennen, während den Dritten 4 Jahre von seinem großen Bruder trennen. Es gab also zwei Mal die Situation, dass ein neues Geschwisterchen das Familienleben durcheinander wirbelte.

Nummer 2 

Als unser zweiter Sohn geboren wurde, war es für alle aufregend, zumal der Erstgeborene schon damals ein auffälliges Verhalten zeigte. Diese Zeit war für die gesamte Familie extrem anstrengend, zumal es bei mir auf der Arbeit zu dieser Zeit zusätzlich knirschte.

Obwohl ich damals in einem Großkonzern angestellt war, wurden Familienväter (zumindest vor sieben Jahren) alles andere als unterstützt. Ganz im Gegenteil wehte mir dort ein heftiger Gegenwind ins Gesicht, der mich schlussendlich ein paar Monate später dazu veranlasst hatte, die Firma zu verlassen.

Konfliktpotentiale

Einem Anderthalbjährigen oder auch später einem Zweijährigen ist kaum zu vermitteln, was ein Säugling braucht und was nicht, so dass ein Elternteil immer den Säugling im Blick haben muss, wenn der große Bruder dabei ist. So konnten wir "Spiele" direkt im Keim ersticken, die vom Großen nur angedacht waren. Und Kinder können da sehr kreativ werden, was mit einem kleinen Geschwisterchen so alles angestellt werden kann.

Allerdings haben die beiden sich derart gefunden, dass es teilweise nicht miteinander und nicht ohneinander funktioniert. Sprich, selbst heute bekommen die beiden sich heftig in die Haare, so dass sie nur mühsam von den Eltern getrennt werden können, nur um fünf Minuten später wieder glückselig miteinander zu spielen.

Dabei lassen wir die beiden ältesten ihre Konflikte immer weitestgehend selbstständig ausfechten und greifen erst ein, wenn es gar nicht mehr geht. Eine Erfahrung, die Einzelkinder nie nachvollziehen können und die in der Art und Weise auch in befreundeten Familien mit mehreren Kindern nicht üblich ist.

Manchmal haben wir den Eindruck, als hätten wir ein altes verheiratetes Ehepaar vor uns. Und wir hoffen inständig, dass die beiden diese Bindung bis ins Erwachsenenalter mitnehmen.

Nummer 3

Anders sah es aus, als unser dritter Sohn geboren wurde. Immerhin waren die großen Geschwister da schon 4 und 5,5 Jahre alt. Ein Äon an Zeitspanne in diesem Alter.

In weiser Voraussicht hatte meine Frau eine Puppe gekauft, mit der die großen spielen könnten. Ja, durchaus obwohl es Jungs waren und ja, durchaus mit einigen Vorbehalten von mir als Vater.

Allerdings ist das Spielen mit einem echten Säugling so viel interessanter als das spielen mit einer Puppe, so dass wir weiterhin immer im Blick haben mussten, was die beiden mit dem kleinen machen. Vor allem der Älteste konnte (und kann es auch heute noch nicht) seine Kraft überhaupt nicht einschätzen oder dosieren. Oftmals arteten seine Liebesbekundungen etwas aus - und machen es auch heute noch.

Die Puppe hatte allerdings nur für ein bisschen Ablenkung gesorgt. Heute ist es das eher das Spielzeug vom Jüngsten geworden und schläft bei ihm im Bett.

Kleine Kinder, kleine Probleme?

Es heißt ja immer, kleine Kinder, kleine Probleme, große Kinder, große Probleme. Dem kann ich definitiv nicht zustimmen. In der jeweiligen Situation konnten auch unsere kleinen Kinder große Probleme bereiten und es ist defintiv eine anstrengende Zeit mit kleinen Kindern.

Glücklicherweise gibt es vieles, das dies wettmacht, aber es lässt sich nicht schönreden. Und je enger die Geschwister beisammenliegen (gemesen vom Altersabstand), umso anstrengender ist es. Was die Eltern vor durchaus große Probleme stellen kann.

Wenn die Kinder größer werden, dann werden die Probleme nicht größer, sondern anders. Ganz im Gegenteil wird sich vieles im Alltag vereinfachen, wenn es keine zwei Wickelkinder gibt und die Kinder ihre Konflikte (weitestgehend) selbst austragen können. Wir beneiden zumindest niemanden (mehr), der uns mit einem Säugling im Kinderwagen und einem Kleinkind auf dem Arm oder Kiddyboard begegnet, sondern sind vielmehr froh, dass diese Zeiten hinter uns liegen.


(Alle Bilder stammen von Pixabay)




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